
Wird geladen

Mercedes setzte im finalen Training zum Großen Preis von Japan 2026 ein deutliches Ausrufezeichen und belegte in Suzuka die ersten beiden Plätze. Kimi Antonelli führte das Feld an und verwies George Russell mit einer beeindruckenden Demonstration seiner Qualifying-Pace auf Rang zwei.
Der italienische Teenager setzte mit 1:29,362 Minuten die Bestzeit und lag damit 0,254 Sekunden vor seinem Teamkollegen sowie beeindruckende 0,867 Sekunden vor dem besten Nicht-Mercedes-Piloten Charles Leclerc. Auf dem anspruchsvollen 5,807 Kilometer langen Suzuka Circuit ist das ein gewaltiger Vorsprung – die Silberpfeile gehen damit als klare Favoriten ins Qualifying.
Antonellis Referenzrunde gelang ihm auf einem frischen Satz Soft-Reifen während seines vierten Stints – und entscheidend: unter vergleichbaren Bedingungen wie Russell. Keine Einschränkungen, kein Verkehr, keine technischen Probleme – schlicht pure Geschwindigkeit.

Nach seinem ersten Grand-Prix-Sieg zu Beginn der Saison wirkt Antonelli an der Spitze zunehmend abgeklärt. Seine Session war strategisch aufgebaut: mehrere kurze Soft-Runs, gefolgt von längeren Stints – wertvoll sowohl für den Qualifying-Rhythmus als auch für die Renndaten.
Russell, der 2026 ebenfalls stark unterwegs ist, konnte im entscheidenden Moment nicht ganz mithalten. Seine beste Runde von 1:29,616 Minuten kam ebenfalls auf neuen Softs zustande, dennoch fehlte ihm eine Viertelsekunde. Das teaminterne Duell spitzt sich zu – und Suzuka könnte das nächste Kapitel schreiben.
Charles Leclerc beendete das dritte Training mit einer 1:30,229 auf Rang drei und war damit der einzige Nicht-Mercedes-Fahrer innerhalb einer Sekunde von Antonelli. Ferrari scheint McLaren in der Hackordnung überholt zu haben, doch der Rückstand auf Mercedes bleibt erheblich.

Lewis Hamilton steigerte sich gegen Ende der Session auf Rang fünf, nur 0,019 Sekunden hinter Oscar Piastri, lag jedoch mehr als eine Sekunde hinter seinem ehemaligen Team. Der siebenmalige Weltmeister hatte am Freitag eingeräumt, mit dem Auto „zu kämpfen“. Zwar waren Fortschritte erkennbar, doch Ferrari fehlt weiterhin die absolute Performance von Mercedes.
Eine gestrichene Runde wegen Track Limits sowie einige unsaubere Momente unterstreichen, wie schmal das Arbeitsfenster der Scuderia auf dieser schnellen und kompromisslosen Strecke ist.
McLarens Wochenende ist bislang von technischen Schwierigkeiten geprägt – insbesondere auf der Seite von Lando Norris.
Ein Batterieproblem hielt Norris mehr als die Hälfte von FP3 an der Box und kostete ihn wertvolle Runden. Als er schließlich auf die Strecke ging, absolvierte er lediglich zwei kurze Soft-Stints und wurde mit einer 1:30,600 Sechster. Angesichts der begrenzten Vorbereitung war das eine respektable Schadensbegrenzung – jedoch alles andere als ideal vor dem Qualifying.

Piastri belegte Gesamtplatz vier und wirkte insgesamt souveräner, indem er das Maximum aus seinen Runs herausholte. Dennoch scheint McLarens reine Pace im Vergleich zu Freitag nachgelassen zu haben. Statt Mercedes im Kampf um die Pole herauszufordern, geht es nun offenbar eher um die zweite Startreihe gegen Ferrari.
Max Verstappen erlebte eine frustrierende Session, wurde Achter und lag 1,5 Sekunden hinter Antonellis Bestzeit. Über Funk bezeichnete der Niederländer seine Schaltvorgänge als „grauenhaft“, bevor er seinem Ärger über die Fahrbarkeit des RB22 lautstark Luft machte.
Red Bull testete sowohl Medium- als auch Soft-Reifen auf der Suche nach Lösungen, doch die Balance wirkte nie wirklich stimmig. Isack Hadjar lag als Elfter nur 0,184 Sekunden hinter seinem Teamkollegen – ein Hinweis darauf, wie eng die beiden beieinanderliegen und wie groß der Rückstand auf die Spitze derzeit ist.

Im Gegensatz dazu zeigte Audi eine der stärksten Trainingsleistungen der Saison. Nico Hülkenberg sicherte sich mit 1:30,658 Minuten Rang sieben, während Gabriel Bortoleto als Neunter die Top 10 komplettierte.
Beide Fahrer sammelten nach technischen Problemen zu Beginn des Wochenendes wichtige Kilometer auf Medium und Soft. Gelingt es, diese Form ins Qualifying und vor allem ohne weitere Defekte ins Rennen zu übertragen, ist Audi ein ernstzunehmender Kandidat für Q3 und Punkte.
Oliver Bearmans Dreher in Kurve 14 führte zu doppelt geschwenkten Gelbflaggen und beeinträchtigte seine Soft-Vorbereitung. Er musste auf Medium-Reifen wechseln und beendete die Session auf Rang 15. Der Vorfall zog zudem mehrere Rundenstreichungen nach sich, unter anderem für Russell und Antonelli unter doppelt Gelb.
Eine Szene in Kurve 15 zwischen Piastri und Hülkenberg wurde notiert und soll nach der Session untersucht werden.
Am Ende des Feldes erlebte Aston Martin eine enttäuschende Stunde: Lance Stroll und Fernando Alonso bildeten das Schlusslicht der Zeitenliste.
Nach den Eindrücken aus FP3 scheint die Pole-Position beim Großen Preis von Japan 2026 ausschließlich zwischen Antonelli und Russell entschieden zu werden. Der Abstand zu Ferrari und McLaren ist deutlich, und Suzukas flüssiges Layout verzeiht kaum Fehler.
Mercedes ist nicht nur schnell – das Team wirkt stabil, zuverlässig und schöpft aus beiden Autos konstant das Maximum aus.
Sollten sich die Bedingungen nicht grundlegend ändern, kämpft der Rest des Feldes wohl um Startplatz drei.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
Möchten Sie einen Kommentar hinzufügen? Laden Sie unsere App herunter, um an der Unterhaltung teilzunehmen!
Kommentare
Noch keine Kommentare
Seien Sie der Erste, der Ihre Gedanken teilt!