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Mercedes prüft, ob Kimi Antonelli in der zweiten Saisonhälfte eine Rückversetzung in der Startaufstellung hinnehmen soll. Sein Heimrennen in Monza gilt dabei als möglicher Austragungsort.
Der Meisterschaftsführende hat sein Kontingent an gebrauchten Verbrennungsmotoren, Auspuffanlagen, Energiespeichern und Steuergeräten bereits ausgeschöpft. Innerhalb seines Saisonkontingents stehen ihm allerdings noch ein zusätzlicher Turbolader und eine weitere MGU-K-Einheit zur Verfügung. Jeder weitere Wechsel an einer der vier bereits am Limit befindlichen Komponenten würde beim nächsten Renneinsatz automatisch eine Startplatzstrafe auslösen.
Damit steht Mercedes vor einer strategischen Entscheidung: Ältere Komponenten weiter zu nutzen und Zuverlässigkeitsprobleme zu riskieren – oder neue Teile einzubauen und die sportliche Strafe an einer Strecke hinzunehmen, an der eine Aufholjagd realistischer erscheint. Die Hintergründe beleuchtet auch der ausführliche Beitrag zur strategischen Antriebsstrafen-Prüfung von Mercedes für Monza.

Teams ziehen es normalerweise vor, motorbedingte Rückversetzungen auf Strecken abzusitzen, auf denen Überholmanöver vergleichsweise einfach sind. Monza gilt in dieser Hinsicht als günstiger als die anstehenden Rennen in Zandvoort und Baku. Deshalb ist die Strecke trotz der besonderen Bedeutung von Antonellis Heimrennen ein logischer Kandidat.
Isack Hadjars Aufholjagd in Spa-Francorchamps zeigt, welches Potenzial dieser Ansatz bieten kann. Nachdem der Red-Bull-Fahrer wegen einer Startplatzstrafe von Rang 21 ins Rennen gegangen war, überquerte er die Ziellinie als Sechster.

Toto Wolff räumte ein, dass Monza Mercedes eine praktikable Gelegenheit bieten könnte – auch wenn die Entscheidung für Antonelli und seine Familie emotional schwierig wäre.
„Was die Motorstrafen betrifft, hoffe ich weiterhin sehr, dass wir keine in Anspruch nehmen müssen. Wir müssen entscheiden, wann und auf welchen Strecken das gegebenenfalls nötig ist“, sagte Wolff.
Später ergänzte er, dass auch Baku infrage kommen könnte, verwies aber zugleich auf die jüngsten Zuverlässigkeitsprobleme des Teams. „Unsere Zuverlässigkeit war einfach nicht gut. Ob wir eine Strafe nehmen oder nicht, wird sich zeigen.“

Antonellis elektrischer Defekt beim Großen Preis von Spanien kostete ihn den zweiten Platz. Mercedes brachte beim Großen Preis von Österreich eine Lösung für das Problem mit. Sicher ist eine Strafe dennoch nicht. Das Team kann bereits verwendete Komponenten erneut einsetzen, sofern deren verbleibende Laufzeit und Zuverlässigkeit als akzeptabel eingestuft werden.
Die Entscheidung wird daher vom Zustand der vorhandenen Antriebseinheiten abhängen und nicht allein von den Zahlen des Kontingents. Zu einem früheren Zeitpunkt der Saison mussten Hadjar, Lando Norris, Fernando Alonso und Lance Stroll nach Wechseln an Komponenten der Antriebseinheit in Spa bereits empfindliche Strafen hinnehmen. Das zeigt, wie kostspielig die Entscheidung sein kann – und dass sie sich unter bestimmten Umständen dennoch verkraften lässt.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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