Minì nutzt Madrid-Aufholjagd als Titel-Schwung vor Baku

Minì kämpft sich in Madrid von Rang 13 auf Platz sieben vor
Gabriele Minì machte aus einem schwierigen Qualifying-Ergebnis eine beherzte Punkteausbeute in Madrid und kletterte für MP Motorsport im Hauptrennen von Startplatz 13 auf Rang sieben nach vorn.
Das Rennen des Italieners war bereits ab den ersten Metern turbulent. Nach einem starken Start fand er sich „zwischen zwei Autos eingeklemmt“ wieder, musste verlangsamen und verlor im anfänglichen Getümmel an Boden. Von da an konzentrierte sich Minì darauf, sich aus Problemen herauszuhalten – und kontinuierlich Positionen gutzumachen. Mit mehreren Überholmanövern gewann er drei Plätze, bevor das Rennen in seiner ersten längeren Phase hinter dem Safety-Car neutralisiert wurde.
Minì ging anschließend an Ollie vorbei und zog seinen ersten Stint in die Länge. MP Motorsport entschied sich für den Boxenstopp, als das Team die Chance sah, die beiden davorliegenden Konkurrenten zu überspringen. Das Timing wandte sich jedoch gegen sie, als unmittelbar danach erneut das Safety-Car ausrückte. Minì schätzte, dass ihn diese unglückliche Neutralisation vier Positionen kostete: Statt potenziell auf Platz vier lag er beim Restart nur auf Rang acht.

Er reagierte mit einem weiteren beherzten Manöver und sicherte sich Platz sieben, doch die Aufholjagd gestaltete sich zunehmend zäher, da die drei Piloten vor ihm mit frischen Optionsreifen unterwegs waren. Weil Überholmanöver auf dem Madring ohnehin extrem schwierig waren, musste Minì auf eine Lücke lauern. Ein Fehler eines Vordermanns öffnete schließlich kurz die Tür, doch der Raum reichte nicht für ein weiteres Manöver.
Weitere Hintergründe zu den Überholproblemen auf dem Stadtkurs gibt es in der Analyse darüber, wie der Madring sich für 2027 verbessern muss.
„Entweder du ziehst durch oder du bereust es später“
Minì betonte, dass seine Angriffe nicht penibel im Voraus geplant waren. Es handelte sich vielmehr um spontane Entscheidungen aus dem Moment heraus – oft an Stellen, an denen seine Konkurrenten überhaupt nicht mit einem Angriff rechneten.
„Ich dachte mir: Okay, das müsste eigentlich klappen. Also habe ich einfach reingehalten und abgewartet, was passiert“, erklärte er. Dieser kompromisslose Ansatz zahlte sich meistens aus und ermöglichte eine beachtliche Aufholjagd, auch wenn er zugab, bisweilen am absoluten Limit gewesen zu sein.

Der Italiener verriet, rund 15 Meter später als gewohnt gebremst zu haben – ein kalkuliertes Risiko, das er angesichts der entscheidenden Saisonphase für unausweichlich hielt. In der Gesamtwertung belegt Minì mit 153 Punkten weiterhin Rang drei und machte in Madrid sechs Zähler auf Spitzenreiter Nikola Tsolov gut. Sein Rückstand auf die Tabellenführung beträgt nun 24 Punkte.
Das Qualifying hat für Baku oberste Priorität
Minì sieht sich im Titelkampf weiterhin mit allen Chancen, zumal in Aserbaidschan ein zusätzliches Zeittraining und ein weiteres Hauptrennen auf dem Programm stehen. Details zum ungewöhnlichen Ablauf des kommenden Rennwochenendes finden sich in der Übersicht zum neuen Wochenendformat der Formel 2 in Baku.
Eine Grundvoraussetzung formulierte er jedoch unmissverständlich: mehr Pace auf einer schnellen Runde. „Wir müssen einfach unser Qualifying in den Griff bekommen“, stellte Minì klar. Aus den vorderen Startreihen hätte MP Motorsport schließlich deutlich bessere Karten, um die entscheidenden Punkte mitzukämpfen.
