Formel E hält an Saisonauftakt in Saudi-Arabien fest

Die Formel E hält trotz zunehmender geopolitischer Spannungen im Nahen Osten und Kalenderverschiebungen in anderen Motorsportserien entschlossen an ihrem geplanten Saisonauftakt in Saudi-Arabien fest. Die Elektro-Rennserie bekräftigte ihre Absicht, die neue Saison wie geplant im kommenden Dezember im Land zu starten.
Die vollelektrische Rennserie soll ihre ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft 2026/27 sowie den neuen Gen4-Reglementzyklus vom 17. bis 19. Dezember auf dem Jeddah Corniche Circuit eröffnen.
Motorsport-Anpassungen im Nahen Osten
Das Festhalten am Auftaktrennen erfolgt vor dem Hintergrund, dass andere große Motorsport-Kategorien ihre Präsenz in der Region angesichts der anhaltenden Konflikte überdenken. Bereits im April dieses Jahres strich die Formel 1 ihr geplantes Rennen in Dschidda und verzichtete ebenfalls auf den Grand Prix in Bahrain, wobei Malaysia im kommenden Monat als Ersatz für das Bahrain-Rennen einspringt. Zudem herrscht weiterhin Ungewissheit über die verbleibenden F1-Rennen in Katar und Abu Dhabi sowie über den kürzlich angekündigten Plan, die Saison 2027 im Nahen Osten zu beginnen.
Nach den jüngsten Entwicklungen, bei denen die FIA und die WRC ihr Saisonfinale in Saudi-Arabien absagten und das Event nach Italien verlegten, rückte die regionale Sicherheitslage verstärkt in den Fokus. In den vergangenen Wochen nahmen die Spannungen spürbar zu: Ein Gebiet nur etwa 300 Kilometer von Dschidda entfernt geriet unter Beschuss durch Raketen der Huthi-Rebellen, während Saudi-Arabien seinerseits ballistische Raketen stationierte.
Logistik und operative Zeitpläne
Trotz der komplexen Rahmenbedingungen laufen die Vorbereitungen vor Ort in Dschidda bereits auf Hochtouren. Die Formel E steht unter keinem unmittelbaren Zeitdruck für eine endgültige Entscheidung; wegweisende Weichenstellungen müssen erst bis zu den offiziellen Vorsaisontests in Madrid Mitte November getroffen werden.
Aus Kreisen eines Formel-E-Teams heißt es, dass aufgrund flexibler Frachtrouten nur eine minimale Vorlaufzeit erforderlich sei. Das Equipment könne entweder direkt von Madrid nach Dschidda transportiert oder bei Bedarf nach Mexiko-Stadt umgeleitet werden, wo der zweite Saisonlauf ausgetragen wird.
Alberto Longo, Mitbegründer und Chief Championship Officer der Formel E, bekräftigte das Bekenntnis der Serie zum geplanten Saisonauftakt:
„Wir freuen uns darauf, die ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft 2026/27 im Dezember in Dschidda zu eröffnen und die revolutionäre Gen4-Ära einzuläuten“, erklärte Longo. „Wie bei all unseren internationalen Events beobachten wir die Lage vor Ort kontinuierlich gemeinsam mit den lokalen Veranstaltern, Behörden und internationalen Sicherheitsexperten.
„Die Sicherheit aller an der Meisterschaft Beteiligten hat für uns stets oberste Priorität. Die Vorbereitungen für den Saisonauftakt auf dem Jeddah Corniche Circuit laufen planmäßig, und wir werden alle Beteiligten über neue Entwicklungen umgehend informieren.“
