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Das Verbot aktiver Aerodynamik für den Großen Preis von Monaco hat im gesamten Formel-1-Fahrerlager eine Welle kreativer Ingenieurskunst ausgelöst. Unter anderem haben Red Bull und Mercedes auffällige neue Winglet-Konfigurationen an ihren Heckflügeln eingeführt.
Zum ersten Mal in dieser Saison ist es den F1-Teams in Monte Carlo untersagt, bewegliche Flügel einzusetzen, da der Stadtkurs keine Abschnitte aufweist, die für den sogenannten „Straight Mode“ vorgesehen sind. Da keine Aktivierung erforderlich ist, entfällt bei beiden Fahrzeugenden die Notwendigkeit für die üblichen Klappen-Mechanismen – die Flügelkonfigurationen bleiben während des gesamten Wochenendes starr.
Anstatt diese Vorgabe als Einschränkung zu betrachten, haben mehrere Teams eine echte Leistungschance erkannt. Durch die Neukonstruktion der Bereiche, die zuvor von den Aktivierungsmechanismen am Heckflügel belegt waren, konnten sie maßgeschneiderte zusätzliche Winglets einführen – kompakte aerodynamische Elemente, die zusätzlichen Abtrieb erzeugen und dabei die Spielräume innerhalb des F1-Aerodynamikreglements nutzen. Diese Regeln gewähren den Teams gewisse Freiheiten innerhalb definierter Legalitätsboxen, und das Umfeld in Monaco hat diese Freiheiten nun besonders attraktiv gemacht.

Der Hauptgrund, warum solche Designs unter normalen Rennbedingungen nicht praktikabel sind, ist die Komplexität, die sie in den Luftstrom einbringen. An einem Standard-Rennwochenende wechselt das aktive Aerodynamiksystem häufig zwischen einem Modus für hohen Abtrieb in Kurven und einem Modus für geringen Luftwiderstand auf Geraden. Filigrane Mini-Winglets im Bereich des Mechanismus wären unter diesen Bedingungen kontraproduktiv – sie wären zu empfindlich und würden die ständige Klappenbewegung stören.
Da in Monaco jedoch alles in einer festen Position arretiert ist, fallen diese aerodynamischen Einschränkungen weg, und die erzielbaren Leistungszuwächse haben sich als überzeugend erwiesen. Wie wir in unserer Vorschau Großer Preis von Monaco 2026: Alles, was Sie wissen müssen bereits erläutert haben, ist das Verbot des „Straight Mode“ eines der entscheidenden technischen Merkmale des diesjährigen Rennens in Monte Carlo.
Der Ansatz von Red Bull umfasst zwei zusätzliche Flügelelemente, die auf dem standardmäßigen zentralen Mechanismus montiert sind – eine gezielte, chirurgische Ergänzung an einer ansonsten konventionellen Struktur.
Mercedes hingegen scheint deutlich weiter gegangen zu sein. Ihr Design stellt eine Art komplette Neukonstruktion dar, bei der der gesamte Mechanismus zurückgebaut und durch ein komplexes Set an Flügeln ersetzt wurde – eine weitaus ambitioniertere Interpretation der regulatorischen Freiheiten.
Es wird erwartet, dass McLaren ein ähnliches Konzept einsetzt, während Ferrari – zumindest in der bisher gesehenen Spezifikation – diesen speziellen Weg der Ausnutzung nicht verfolgt hat.
Unterdessen hat Audi die feste Frontflügelkonfiguration genutzt, um einen ganz anderen Bereich anzugehen: Der deutsche Hersteller hat die Gelegenheit genutzt, die sperrigen Mechanismus-Verkleidungen zu entfernen, die seit Saisonbeginn am Frontflügel im Einsatz waren – eine willkommene Maßnahme zur Gewichtsreduzierung und aerodynamischen Optimierung, die bei aktiver Aerodynamik nicht möglich gewesen wäre.
Quelle: The Race

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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