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Die Sonntagsdominanz von Mercedes wurde endlich unterbrochen, und Lewis Hamiltons erster Sieg für Ferrari hat dem Großen Preis von Österreich eine neue, spannende Note im Titelkampf verliehen. Nach drei herausragenden Ergebnissen in Folge für die Scuderia hat sich Hamilton von einem bloßen Verfolger seines Teamkollegen George Russell zu einer ernsthaften Gefahr für Mercedes entwickelt.
Sein Momentum hat sich schnell aufgebaut. Ein erstes Podium für Ferrari erreichte er in China, gefolgt von zweiten Plätzen in Kanada und Monaco sowie dem Sieg in Barcelona-Catalunya. Dieser Erfolg war mehr als nur eine Trophäe wert: Da Kimi Antonelli punktelos blieb, verkürzte Hamilton seinen Rückstand von 66 auf 41 Punkte.

Ferraris Entwicklungsgeschwindigkeit hat dabei zweifellos geholfen, und die Hitze sowie die schnellen Kurven von Barcelona galten als günstiges Terrain. Die nächste Frage ist, ob diese Form auch auf anderen Strecken Bestand hat. Wie wir in unserem ausführlichen Blick auf die Erwartungen von Ferrari beim GP von Österreich beleuchtet haben, würde ein weiteres Duell gegen Mercedes an der Spitze den Druck nur noch weiter erhöhen.
Ferrari ist zwar das Team mit dem aktuellen Momentum, doch noch vor drei Rennen galt McLaren als der Hauptkonkurrent von Mercedes. Ihr Doppelsieg beim Sprint in Miami folgte auf die erste Stufe eines großen Upgrades, während Lando Norris Antonelli im Grand Prix stark unter Druck setzte.
Seitdem verlief die Serie weniger reibungslos, auch wenn Norris in Barcelona erneut ein starkes Podium einfuhr. McLaren hatte dort zwar kein Mittel gegen Hamiltons Siegerpace, doch Norris hielt die Mercedes-Piloten über weite Strecken des Rennens in Atem.

Österreich war jedoch schon immer ein gutes Pflaster für McLaren. Norris holte 2020 auf dem Red Bull Ring sein erstes F1-Podium, ein Jahr später folgte ein weiterer Top-3-Platz, und 2023 machte das Team dort einen deutlichen Schritt nach vorne. Wenn das aktuelle Reglement dem Kurs entgegenkommt, könnte der Sonntag zu einem Dreikampf werden.
Für ein Team, das vor Barcelona jeden Grand Prix gewonnen hatte, steht Mercedes vor einer unangenehmen Frage: der Zuverlässigkeit. Antonelli sah in Spanien nach einem späten Überholmanöver gegen Russell wie der sichere Zweitplatzierte aus, verlor dann jedoch Leistung und musste nach Kurve 5 abstellen.

Das war erst der zweite Ausfall von Mercedes in dieser Saison, aber beide ereigneten sich in den letzten drei Rennen, nachdem Russell bereits in Kanada in Führung liegend ausschied. Auch das mit Mercedes-Motoren ausgestattete McLaren-Team hatte mit Problemen zu kämpfen, wobei Norris sowohl in Montreal als auch in Monaco ausfiel.
In Österreich wird die Pace entscheidend sein, aber für das Team von Toto Wolff könnte ein technisch reibungsloses Wochenende genauso wichtig sein.
Abseits des Rampenlichts am Rennwochenende hat Haas potenzielle zukünftige Fahrer evaluiert. Leonardo Fornaroli, McLaren-Reservefahrer und Formel-2-Champion von 2025, absolvierte zwei Testtage in Jerez, bei denen auch Haas-Reservefahrer Ryo Hirakawa anwesend war.

Haas beschrieb die Testfahrten als Gelegenheit, Fornaroli zu „testen und zu bewerten“. Angesichts möglicher freier Cockpits für 2027 und Namen wie Hirakawa oder Rafael Camara, die ebenfalls im Gespräch sind, scheint das Team seine Optionen über die aktuelle Paarung Bearman-Ocon hinaus abzuwägen.
Der Reiz des Red Bull Rings ist nicht nur optischer Natur. Die Höhenunterschiede, die Bergauf-Bremspunkte und die kurze Rundenzeit sorgen für ständige Überholmöglichkeiten. Kämpfe im ersten Sektor können Fahrer in Kurve 4 und danach verwundbar machen, was es schwierig macht, sich abzusetzen.
Deshalb sorgt Österreich so oft für Spannung bis zum Schluss – und da Mercedes, Ferrari und McLaren mit großen Geschichten in das Wochenende gehen, ist alles für einen weiteren packenden Grand Prix angerichtet.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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