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Der frühere Ferrari-Renningenieur Rob Smedley glaubt, dass Haas kein Spitzenteam werden kann, solange der Rennstall an seiner aktuellen Struktur festhält.
Haas stieß 2016 mit einem Geschäftsmodell zum Formel-1-Feld, das stark auf der technischen Partnerschaft mit Ferrari beruhte. Dieser Ansatz ermöglichte es dem US-Team, kostengünstiger in die Weltmeisterschaft einzusteigen. Gleichzeitig offenbarte er eine wiederkehrende Schwäche: Haas kann eine Saison mit einem konkurrenzfähigen Auto beginnen, verliert im weiteren Verlauf aber an Boden, wenn die Rivalen ihre Fahrzeuge konsequenter weiterentwickeln.
Im Podcast High Performance Racing gab Smedley eine klare Einschätzung zu Haas’ Saison 2026 und den Aussichten darüber hinaus ab. Zwar betonte er den Respekt, den Teamchef Ayao Komatsu für seinen Führungsstil genießt. Doch nach Smedleys Ansicht begrenzt das grundlegende Modell des Rennstalls dessen Potenzial.
„Mit ihrer aktuellen Konstruktion werden sie diese Möglichkeit niemals haben“, sagte Smedley. „Sie werden niemals die Möglichkeit haben, an der Spitze mitzufahren.“

Podcast-Co-Moderator Jake Humphrey erkannte dasselbe Muster aus einer anderen Perspektive. Haas sei oft frustrierend, erklärte er, weil das Team häufig mit einem schnellen Auto starte, diese Leistungsfähigkeit im Saisonverlauf aber nicht halten könne. Humphrey stellte infrage, ob dem Rennstall entweder die nötigen Ressourcen oder die Fähigkeiten fehlten, um die Entwicklung dauerhaft voranzutreiben.
Diese Sorge spiegelt sich auch in der aktuellen Position von Haas in der Meisterschaft wider. Das Team liegt mit 21 Punkten auf Rang sieben der Konstrukteurswertung. Oliver Bearman und Esteban Ocon belegen in der Fahrerwertung mit 18 beziehungsweise drei Punkten die Plätze 13 und 17.
Bearmans Saison zeigt, wie schwierig es ist, frühe Geschwindigkeit in konstante Ergebnisse umzuwandeln. Nachdem er in den ersten beiden Rennen 17 Punkte gesammelt hatte, schied er in drei weiteren Grands Prix aus und holte in den folgenden neun Rennen nur noch einen Punkt.

Trotz seiner Kritik an der Haas-Struktur stellte Humphrey klar, dass sich sein Frust gegen die Rahmenbedingungen des Teams und nicht gegen dessen Mitarbeiter richte. Komatsus Ansatz sei einer, den er „absolut liebe“, sagte Humphrey. Bearman bezeichnete er als außergewöhnlichen Fahrer.
Humphrey erklärte, er würde Komatsu gern an der Spitze eines weiter vorne liegenden Teams sehen – und auch Bearman in einem solchen Cockpit. Diese Einschätzung deckt sich mit der weiterreichenden Aussage von Smedley: Haas verfügt möglicherweise über fähige Mitarbeiter, doch das derzeitige Fundament könnte sie daran hindern, dauerhaft an der Spitze mitzuhalten.
Bearmans Zukunft steht ebenfalls stärker im Fokus. Wie Martin Brundle ihm angesichts der Ferrari-Unsicherheit zu einem „Plan B“ rät, könnte eine alternative Karriereplanung für den jungen Fahrer an Bedeutung gewinnen.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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