Heron Preston und Formel E präsentieren nachhaltige Motorsportmode

Heron Preston und die Formel E verbinden materialorientiertes Design mit Innovation aus dem Rennsport. Ihre kreative Partnerschaft soll die Zukunft der Motorsportmode mitgestalten. Erstmals öffentlich vorgestellt wird sie auf der ComplexCon in Los Angeles: Dort werden Preston’ eX-Ray-Materialien präsentiert – zusammen mit einem GEN4-Fahrzeug, das eine eigens vom Kreativdirektor entworfene Lackierung trägt.
Im Mittelpunkt der Partnerschaft steht die Wiederverwendung. Preston macht aus wiedergewonnenen Materialien neue Designs. Die Formel E wiederum gewinnt beim regenerativen Bremsen Energie zurück und nutzt sie im Wettbewerb erneut. Für die Vorschau wird diese gemeinsame Haltung durch recycelte Baumwolle sichtbar, die aus Produktionsresten und Verschnitt aus der Vorfertigung hergestellt wird. Die Abfälle werden sortiert, zerkleinert und zu neuem Garn versponnen, aus dem anschließend ein schwerer, dicht gewebter Stoff entsteht.
Vom Material aus gedacht
Prestons eX-Ray-Konzept betrachtet ein Produkt über sein fertiges Erscheinungsbild hinaus: Es geht um die verwendeten Materialien, ihre Herstellung sowie die Menschen und Prozesse, die daran beteiligt sind. Statt einfach aus bestehenden Stoffen auszuwählen, setzt der Ansatz bereits bei der Entwicklung und dem Einsatz der Materialien an.
Diese Philosophie knüpft an Prestons frühere Arbeit mit oft übersehenen Ressourcen an. Für sein UNIFORM-Projekt von 2016 bereitete er ausrangierte Uniformen des New Yorker Stadtreinigungsamts und Secondhand-Kleidung neu auf. Zuletzt verwandelte er Mercedes-Benz-Crashtest-Airbags in Kleidungsstücke, die deren charakteristische Materialeigenschaften bewahrten.

Die Formel E bringt durch den Rennsport ihren Fokus auf Elektrotechnologie, Energieeffizienz und Materialinnovationen ein. Gemeinsam wollen die Partner diese Perspektiven auf die Motorsportmode übertragen. Dabei sollen Passform, Verarbeitung, Haltbarkeit und die Möglichkeiten am Ende des Produktlebens ebenso berücksichtigt werden wie die Eigenschaften, die ein Kleidungsstück begehrenswert und langlebig machen.
Eine Vorschau mit größeren Ambitionen
Die Communities der ComplexCon rund um Stil, Sneaker, Kunst, Musik und Innovation bieten der Partnerschaft eine Bühne, um sich auch außerhalb des Motorsports vorzustellen. Die Installation zeigt anhand von Kleidungsstücken, welche Möglichkeiten eX-Ray-Materialien bieten. Die GEN4-Lackierung macht die Zusammenarbeit zugleich sichtbar. Das Fahrzeug schlägt außerdem die Brücke zum GEN4-Programm der Formel E.
Die Partner hoffen, das Programm auf Performance-Produkte, Mode, Fanartikel, Accessoires und Produkte aus im Sport wiederverwendeten Materialien ausweiten zu können. Außerdem wollen sie neue Einsatzmöglichkeiten für Komponenten und Materialien erkunden, wenn diese nicht mehr im Rennsport verwendet werden.
Laut Formel E ist das GEN4-Fahrzeug so konzipiert, dass es zu 100 Prozent recycelbar oder wiederverwendbar ist. Bei wichtigen Komponenten soll der Anteil recycelter Materialien mindestens 20 Prozent betragen. Zudem ist die Meisterschaft nach eigenen Angaben der weltweit erste Sport, der als Global B Corp zertifiziert wurde.
Preston bezeichnete die Zusammenarbeit als Chance, Motorsportmode neu zu denken und Bekleidung „vom Material aus“ zu entwerfen. Funktion und Qualität sollen dabei mit einem bewussteren Umgang mit der Produktion in Einklang gebracht werden. Die Präsentation auf der ComplexCon gibt einen ersten Einblick in diese Richtung. Langfristig wollen die Partner denselben materialorientierten Ansatz auf Produkte aus dem gesamten Sport übertragen.
