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Der kürzlich abgesagte Große Preis von Saudi-Arabien der Formel 1 könnte laut Abu-Dhabi-GP-Botschafter Robert Doornbos doch noch neu terminiert und später in diesem Jahr ausgetragen werden.
Der Bahrain-GP war für den 12. April angesetzt, Saudi-Arabien sollte am 19. April folgen – beide Rennen wurden jedoch wegen des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten unter Beteiligung des Iran gestrichen. Dadurch entsteht für die Formel 1 eine verlängerte Pause von fünf Wochen zwischen dem Großen Preis von Japan am 29. März und dem nächsten Lauf in Miami am 3. Mai.
Infolgedessen umfasst die Saison 2026 nun 22 Grand Prix statt der ursprünglich geplanten 24. Es hieß zunächst, die abgesagten Rennen würden im April nicht nachgeholt, doch Doornbos deutete an, dass der Saudi-GP trotzdem noch einen Platz im Kalender finden könnte.

„Ich habe da noch etwas anderes gehört“, sagte er in der Sendung De Stamtafel bei Ziggo Sport.
„Wir kennen Aramco als Sponsor der Formel 1. Sie bewerben das Event in Dschidda enorm, denn das ist ihr Juwel. Dschidda könnte also doch noch in diesem Jahr in den Kalender zurückkehren.“
Aramco, auch bekannt als Saudi Aramco, ist ein mehrheitlich staatlich kontrolliertes Öl- und Gasunternehmen, das eine Reihe großer Sportprojekte unterstützt, darunter die Formel 1, und zudem mit Organisationen wie der FIFA und dem ICC zusammenarbeitet.
Doornbos ergänzte, dass der jüngste Vorschlag darin bestehe, Abu Dhabi um eine Woche nach hinten zu verschieben, um in Dschidda Platz zu schaffen.
„Jetzt heißt es, dass Abu Dhabi um eine Woche verschoben wird und Dschidda dazwischen gesetzt wird“, sagte er.
„Das würde bedeuten, dass die Saison mit vier Rennen in Folge endet – Las Vegas, Katar, Dschidda und Abu Dhabi.“
Der Große Preis von Abu Dhabi auf dem Yas Marina Circuit ist derzeit vom Donnerstag, 3. Dezember, bis Sonntag, 6. Dezember, bestätigt und behält damit seinen traditionellen Platz als Saisonfinale im Kalender der Formel 1.
Sollte Saudi-Arabien jedoch wieder in den Kalender aufgenommen werden, gibt es ein Szenario, in dem Abu Dhabi auf Sonntag, den 13. Dezember, verschoben werden könnte, damit das Finale erhalten bleibt und gleichzeitig der umgestellte Rennplan aufgeht.

Das hätte Folgen, die weit über das Rennen selbst hinausgehen. Die Yasalam-Konzertreihe nach dem Rennen ist ein zentraler Bestandteil der Abu-Dhabi-Veranstaltungsmarke, und die Organisatoren haben für den Eröffnungsabend des aktuellen Wochenendes vom 3. bis 6. Dezember bereits Lewis Capaldi und Zara Larsson bestätigt.
Eine Verlegung auf den 13. Dezember würde für diese Auftritte sofort logistische Probleme schaffen, denn Tourneepläne großer Künstler werden in der Regel Monate im Voraus unter Berücksichtigung von Reisen, Produktion und Proben festgezurrt.
Auch für Hotellerie und Tourismus hätte das spürbare Folgen. Hotels, Transportunternehmen und VIP-Hospitality-Pakete sind alle auf das ursprüngliche Wochenende ausgelegt, und eine Terminverschiebung würde eine umfassende Neuplanung der Buchungen erfordern, während Tausende internationale Fans ihre Pläne anpassen müssten.

Doornbos deutete auch die Möglichkeit eines neu angesetzten Bahrain-GP an, doch wenn ein Rennen Priorität haben muss, dürfte aus praktischen Gründen Saudi-Arabien wohl der Vorzug gegeben werden.
Saudi-Arabien hat im globalen Sport ein größeres kommerzielles und strategisches Gewicht, vor allem durch seine langfristigen Investitionen in die Formel 1 und den breiteren Ausbau des Motorsports. Dadurch ist Dschidda für die Wachstumspläne und den TV-Wert der Serie bedeutsamer.
Hinzu kommt der breitere Ansatz, große Sportereignisse als Teil der nationalen Sportstrategie zu nutzen. Das macht es wahrscheinlicher, dass ein solches Event bei Störungen geschützt oder neu organisiert wird.
Bahrain bleibt als langjähriger Saisonauftakt zwar weiterhin sehr wichtig, dient aber eher als fester Anker im Kalender. Deshalb ist es schwerer zu verschieben als ein späterer Lauf mit mehr zeitlicher Flexibilität.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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