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McLaren-Teamchef Andrea Stella hat die Vorwürfe von Flavio Briatore hinsichtlich der Unparteilichkeit des Berufungsverfahrens zum Großen Preis von Monaco entschieden zurückgewiesen. Er bezeichnete die Anschuldigungen als beleidigend für den Ruf des Formel-1-Rennstalls.
Die Kontroverse entbrannte, nachdem das FIA-Berufungsgericht das Urteil gefällt und Gaslys Monaco-Strafe wieder in Kraft gesetzt hatte. Ein Gremium aus vier Richtern hatte die Argumente Ende August angehört, nachdem McLaren und Red Bull gegen die ursprüngliche Entscheidung vorgegangen waren, Pierre Gaslys Fünf-Sekunden-Strafe wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung in der Boxengasse aufzuheben.
Gasly hatte die Ziellinie damals als Dritter überquert. Alpine legte jedoch erfolgreich Einspruch gegen die Sanktion ein und äußerte Bedenken bezüglich der Induktionsschleifen in der Boxengasse von Monaco. Daraufhin reichten McLaren und Red Bull Protest ein, was einen monatelangen Prozess in Gang setzte, ehe in dieser Woche die endgültige Entscheidung fiel.
Im Anschluss stellte Briatore die Unabhängigkeit des Richtergremiums infrage und griff dabei insbesondere den Richter Filippo Marchino heraus. Er bezeichnete Marchino als „bösartig“ und behauptete, dieser habe über die Abteilung McLaren Special Operations Verbindungen zum Team.
Stella wies die Andeutung, der Richter habe zugunsten von McLaren gehandelt, mit deutlichen Worten zurück.
„Ich finde, dass diese Pressekonferenz, die in diese Richtung geht, ziemlich beleidigend für McLaren ist“, sagte Stella gegenüber Medienvertretern, darunter RacingNews365. „Für das Ansehen eines Teams, das enorm viel Respekt verdient. Wenn jemand solche Anschuldigungen erhebt, die doch recht gravierend wirken, dann muss er auch die Verantwortung für das übernehmen, was er in der Öffentlichkeit sagt.“

Stella verteidigte zudem den Standard des Verfahrens und betonte, dass die Anhörung ordnungsgemäß abgelaufen sei und nicht durch öffentliche Unterstellungen diskreditiert werden dürfe.
„Die Verhandlung und das gesamte Verfahren vor dem Internationalen Berufungsgericht wurden nach den höchsten Standards geführt. Man sollte diesen Prozess nicht so infrage stellen, wie es hier getan wurde“, erklärte er.
Durch das Urteil rückte Red Bulls Isack Hadjar nachträglich wieder auf das Podium vor, während McLarens Oscar Piastri auf Platz vier kletterte. Obwohl der Ausgang McLaren wertvolle WM-Zähler einbrachte, ging es bei der Berufung laut Stella um weit mehr als nur um den möglichen Verlust von zwei Meisterschaftspunkten.
„Es ist eine Entscheidung, die wir ausdrücklich begrüßen“, betonte er. „Sie ist vor allem deshalb wichtig, weil sie für Klarheit bei der Auslegung von Artikel 1.1.1 des Internationalen Sportgesetzes sorgt – und dieser ist fundamental.“
Stella hob hervor, dass es McLaren vor allem um sportliche Qualität, Fairness und Konstanz gegangen sei. Zudem seien alle Teams bei der Anhörung anwesend gewesen, da der Fall richtungsweisend dafür sei, wie das Reglement ausgelegt werde und wie einheitlich die Beurteilungsmethoden über ein Rennwochenende hinweg angewendet werden.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.