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Pierre Gasly hat seinen Podestplatz beim Großen Preis von Monaco endgültig verloren. Das Internationale Berufungsgericht (ICA) der FIA entschied, dass seine beiden Zeitstrafen wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen in der Boxengasse bestehen bleiben müssen.
Der Alpine-Pilot war im Rennen ursprünglich als Dritter über die Ziellinie gefahren, obwohl er während des Grand Prix zwei Fünf-Sekunden-Strafen kassiert hatte. Da diese Sanktionen nicht bei einem regulären Boxenstopp abgesessen, sondern erst nach dem Rennen auf seine Gesamtzeit addiert wurden, fiel Gasly zunächst vom Podium auf den fünften Platz zurück. Alpine nutzte daraufhin das Recht auf Neubeurteilung (Right of Review), nachdem massive Zweifel an der Genauigkeit der Messungen in der Boxengasse aufgekommen waren.
Der Streitpunkt drehte sich um eine Abweichung von 77 Zentimetern zwischen den ersten beiden Induktionsschleifen der Zeitmessung – ein Fehler, der im Rennen zu einer ungewöhnlich hohen Anzahl an Tempo-Verstößen geführt hatte. Die FIA-Rennkommissare hoben Gaslys Strafen am 12. Juni auf und setzten ihn wieder auf den dritten Rang. Diese nachträgliche Korrektur stand Fahrern, die ihre Strafen bereits während des Rennens abgesessen hatten, jedoch nicht offen.
Von dieser Entscheidung der Rennkommissare waren unter anderem Isack Hadjar (Red Bull) und Oscar Piastri (McLaren) unmittelbar betroffen. Piastri rutschte von Rang vier auf fünf ab, während Hadjar nach der ursprünglichen Strafvergabe von Rang drei auf vier verdrängt worden war. Beide Rennställe legten daraufhin Berufung beim ICA ein.
Das Gericht hat nun geurteilt, dass die Strafen gegen Gasly rechtmäßig waren und bestehen bleiben. Infolgedessen fällt Gasly im offiziellen Klassement wieder auf Platz fünf zurück, während Hadjar den dritten Rang erbt – genau jene Position, die der Red-Bull-Pilot bereits unmittelbar nach Rennende auf dem Podium gefeiert hatte.
Der Fall verdeutlicht die heiklen Konsequenzen, wenn Regelauslegungen erst nach dem Fallen der Zielflagge revidiert werden. Piloten, die ihre Strafen auf der Strecke absaßen, konnten die verlorene Zeit nicht zurückholen, während Gaslys Strafen bis zur Entscheidung des Berufungsverfahrens an seiner Endzeit hafteten. Das Urteil unterstreicht zudem, wie sensibel Rennergebnisse reagieren, wenn technische Messgenauigkeit und die Umsetzung von Strafen aufeinandertreffen – eine Thematik, die bereits in der Analyse zur FIA-Fairness und der Stewarding-Kontroverse beleuchtet wurde.
Für Alpine bedeutet das Urteil den endgültigen Verlust eines Podestplatzes, den die Stewards zwischenzeitlich wieder zuerkannt hatten. Für Red Bull und Hadjar bestätigt die Entscheidung das unmittelbar nach dem Monaco-GP gefeierte Podiumsergebnis. Piastri bleibt unterdessen auf Rang fünf gewertet.
Damit ist das Berufungsverfahren um Gaslys Rennergebnis in Monaco endgültig abgeschlossen: Das ICA bestätigte, dass die beiden Fünf-Sekunden-Strafen bindend sind.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.