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Alpine-Geschäftsführer Steve Nielsen hat klargestellt, dass Franco Colapintos Zukunft im Team über 2026 hinaus nach Leistung entschieden wird – nicht aus Sentimentalität. Ausschlaggebend ist die deutliche Steigerung des Argentiniers in dieser Saison.
Colapinto kam in der vergangenen Saison erstmals zu Alpine und bestritt die letzten 18 Rennen der Saison 2025, nachdem er Jack Doohan ersetzt hatte, der inzwischen Reservefahrer bei Haas ist. Der Einstieg war schwierig. Er fand nur schwer seinen Rhythmus, leistete sich kostspielige Fehler und lag regelmäßig hinter dem Tempo von Pierre Gasly zurück. Dadurch entstanden ernsthafte Zweifel, ob er schon bereit für ein festes Formel-1-Cockpit war.
Alpine hielt für diese Saison dennoch an ihm fest – und bislang zahlt sich diese Entscheidung aus. Colapinto hat 2026 einen klaren Schritt nach vorn gemacht, hält häufiger mit Gasly mit und schlägt ihn gelegentlich sogar. In fünf der neun bisher ausgetragenen Rennen fuhr er in die Punkte, Platz sechs in Montreal ist dabei sein bestes Ergebnis.
Diese Wende ist für ein Team wichtig, das weiter unter Beobachtung steht. Auch die grundsätzliche Ausrichtung von Alpine rückt in den Fokus, nachdem Renault zuletzt das eigene Partnerschaftsumfeld bewertet hat – mehr dazu in unserem Bericht über Renaults Einschätzung der Alpine-F1-Partnerschaft mit Otro.

Auf Colapintos Lage angesprochen, beschrieb Nielsen einen Fahrer, dessen Entwicklungskurve langsamer als erhofft verlief, inzwischen aber immer überzeugender wirkt.
„Nun, jeder will mehr. Ich denke, Franco ist ein Fahrer, der langsam in Gang kommt – wenn ich das so sagen darf. Er wird besser“, sagte Nielsen.
„Er hat in diesem Jahr bereits einige gute Auftritte gezeigt. Miami war gut. China war gut. Er verbessert sich. Deshalb denke ich, dass er aus eigener Leistung dort ist, und wenn die Zeit gekommen ist, werden wir die Entscheidungen treffen.“
Nielsens Botschaft war direkt, entspricht aber ganz den Realitäten der Formel 1.
„Wenn er gut genug ist, bleibt er. Wenn nicht, gibt es eine bessere Option. So ist die Formel 1 eben.“

Ein Teil von Colapintos Problemen im vergangenen Jahr lag am Alpine-Auto. Nielsen räumte ein, dass die Bewertung dadurch erschwert wurde. Das Team hatte eines der schwächsten Pakete im Feld, und Colapinto tat sich schwer, sich darauf einzustellen. In dieser Saison scheinen die neuen Regeln für die Antriebseinheiten jedoch besser zu seinem Fahrstil zu passen. Dadurch kann Alpine ihn mit größerer Sicherheit an Gasly messen.
„Ich denke, seine Konstanz, besonders in den Rennen, ist deutlich besser als zuvor – ebenso seine Fähigkeit, an Pierre dranzubleiben“, ergänzte Nielsen.
„Ansatzweise hat er das auch im vergangenen Jahr gezeigt, aber unser Auto war damals so schlecht, dass es schwierig war, die Spreu vom Weizen zu trennen. In diesem Jahr gab es jedoch einige Momente, in denen er Pierre ebenbürtig war, und das ist erfreulich zu sehen.“
Für Colapinto ist die Rechnung nun einfach: weiter punkten, den Rückstand auf Gasly weiter verkleinern – dann kann aus seinem Alpine-Cockpit weit mehr werden als nur eine kurzfristige Chance.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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