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Der frühere Alpine-Teamchef Otmar Szafnauer hat Ferrari davon abgeraten, während der Saison ein formelles Gespräch mit Charles Leclerc anzusetzen. Der Monegasse brauche Unterstützung statt zusätzlichen Drucks, während er sich bei Ferrari gegen Lewis Hamilton behaupten muss.
Im Podcast High Performance Racing mit dem früheren Ferrari-Renningenieur Rob Smedley und Moderator Jake Humphrey wurde Szafnauer gefragt, wie ein Teamchef auf Leclercs aktuelle Form reagieren sollte. Seine Antwort fiel eindeutig aus: „Lasst ihn in Ruhe. Ich würde kein Gespräch ansetzen, sondern ihn unterstützen.“
Die Aussagen fielen während einer Saisonbilanz zur Formel-1-Weltmeisterschaft 2026. Ferrari liegt mit 307 Punkten auf Platz zwei der Konstrukteurswertung und damit 72 Punkte hinter Mercedes. Die Leistungen beider Fahrer sind daher entscheidend für Ferraris Angriff in der zweiten Saisonhälfte. Auch die allgemeine Wettbewerbsfähigkeit des Teams wurde bereits in dieser Analyse der Entwicklungsbilanz des SF-26 untersucht.
Hamilton belegt mit 169 Punkten den zweiten Rang der Fahrerwertung. Beim Großen Preis von Barcelona-Catalunya feierte er seinen ersten Grand-Prix-Sieg für Ferrari und ergänzte ihn um vier weitere Podestplätze.
Leclerc liegt mit 138 Punkten auf Platz vier. Er gewann den Großen Preis von Großbritannien und stand dreimal auf dem Podium. Zwei Ausfälle in Monaco und Spanien haben jedoch zum Abstand zwischen den Ferrari-Teamkollegen beigetragen.
Szafnauer deutete an, dass sich das Kräfteverhältnis im Saisonverlauf verschoben habe und Hamilton nicht mehr so klar im Vorteil sei.
„Lewis war zu Beginn des Jahres – und ich stütze mich dabei nicht auf Fakten, sondern nur auf meinen Eindruck – etwas weiter vor Leclerc, als er es jetzt ist“, sagte er. „Ich glaube, Charles hat in den vergangenen beiden Rennen zu Lewis aufgeschlossen.“
Smedley stimmte zu, dass die Situation für Leclerc eine ungewöhnliche Herausforderung darstelle. Seiner Einschätzung nach war es das erste Mal seit langer Zeit, dass sein Teamkollege einen deutlichen Vorsprung hatte.
Smedley ergänzte, Leclerc sei mit dem Auto nicht zufrieden gewesen. Ferrari habe Komponenten rund um die Bremsanlage verändert, darunter auch die verwendeten Materialien. Seiner Ansicht nach wirkte der Fahrer trotz seiner Erfahrung und Fähigkeiten „nur leicht orientierungslos“.
Für Szafnauer liegt die richtige Reaktion deshalb nicht in einem offiziellen Eingreifen, sondern in einem unterstützenden Umfeld, das Leclerc ermöglicht, seinen Schwung zurückzugewinnen.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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