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Was eigentlich ein Meilenstein beim 58. ADAC Barbarossapreis werden sollte, entwickelte sich für Max Verstappen, Jules Gounon und Daniel Juncadella zu einem technischen Albtraum. Dem Trio wurde der Sieg im zweiten Lauf der Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS) nach einem Verstoß gegen das Reifenreglement offiziell aberkannt.
Der #3 Winward Racing Mercedes-AMG GT3, der das Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife dominiert hatte, wurde nach der technischen Nachkontrolle ausgeschlossen. Eine Barcode-Überprüfung der Reifenprotokolle ergab, dass das Team sieben Reifensätze eingesetzt hatte – und damit das strikt festgelegte Tageslimit von sechs überschritt.
In der NLS lassen die Regularien keinen Interpretationsspielraum. Wer das Reifen-Kontingent überschreitet, wird automatisch disqualifiziert – und auch in diesem Fall gab es keine andere Entscheidung.
Winward-Teamchef Christian Hohenadel stellte die Entscheidung nicht infrage.
„Die Disqualifikation ist schwer zu akzeptieren. Leider ist uns intern ein Fehler unterlaufen, der den Sportkommissaren keine andere Wahl ließ, als das Siegerfahrzeug auszuschließen“, erklärte er.
Für das Team war es der erste Einsatz als vollwertiges Mercedes-AMG Performance Team auf der Nordschleife – was dem Rückschlag zusätzliches Gewicht verleiht.
„Es war unser erster Auftritt als vollständiges Mercedes-AMG Performance Team auf der Nordschleife, und ich möchte mich bei allen Fans entschuldigen, die uns unterstützt haben.“
Hohenadel machte deutlich, dass nun eine interne Aufarbeitung und Optimierung im Fokus steht.
„Wir werden heute jeden einzelnen Prozess analysieren, daraus lernen und bei den 24 Stunden stärker zurückkommen.“

Nach dem Ausschluss des #3 AMG geht der Sieg an den #99 Rowe Racing BMW mit Dan Harper und Jordan Pepper am Steuer. Platz zwei übernimmt der #44 Falken Porsche von Tim Heinemann und Sven Müller.
Der größte Profiteur der Neubewertung ist der Losch 48 Motorsport by Black Falcon Porsche mit Dylan Pereira, Tobias Müller und Patrick Assenheimer. Das Trio rückt auf Gesamtrang drei vor – ein Meilenstein, der den Pro-Am-Klassensieg sowie das erste Gesamtpodium beim SP9-Debüt beschert.
Auch wenn Verstappen, Juncadella und Gounon die Trophäen nicht mit nach Hause nehmen dürfen, bleibt ihre Leistung auf der Strecke unbestritten. Der #3 Mercedes-AMG überquerte die Ziellinie mit einem komfortablen Vorsprung von 59,5 Sekunden – ein Abstand, der kaum allein auf einen zusätzlichen Reifensatz zurückzuführen ist.
Dennoch unterstreicht die Disqualifikation die kompromisslose Auslegung des Reglements im Langstreckensport und die Bedeutung akribischer Vorbereitung im Hinblick auf die 24 Stunden vom Nürburgring.
Sollte Verstappen seine Nordschleifen-Kampagne fortsetzen, ist der nächste NLS-Lauf für den 11. April angesetzt.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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