Vasseur sicher: Leclerc hatte die Pace zum Sieg in Spanien

Fred Vasseur ist überzeugt, dass Charles Leclerc beim Großen Preis von Spanien die Pace für den Sieg hatte. Der Ferrari-Teamchef argumentierte, dass eine zweite größere Rennunterbrechung die mutige Strategie der Scuderia in einen Triumph hätte verwandeln können.
Leclerc ging von Startplatz fünf ins Rennen und machte nach dem Ausfall seines Teamkollegen Lewis Hamilton eine Position gut. Als das Virtual Safety Car ausgerufen wurde, verzichtete Ferrari darauf, Leclerc an die Box zu holen, um ihm frische Reifen aufzuziehen. Diese Entscheidung spülte den Monegassen an die Spitze aller Piloten auf den harten Reifen und zwischenzeitlich sogar ganz an die Spitze des Feldes.
In der Folge hielt Leclerc einen konstanten Abstand zu Mercedes-Pilot Kimi Antonelli, während man am Ferrari-Kommandostand auf eine erneute Rennunterbrechung lauerte, die einen Boxenstopp praktisch ohne Zeitverlust ermöglicht hätte. Weder ein Safety Car noch eine rote Flagge traten jedoch ein. Nach fast 50 Runden auf der harten Reifenmischung wurde Leclerc schließlich doch an die Box gerufen, wodurch er aus den Podestplätzen herausfiel. Im Ziel lag er 29,116 Sekunden hinter Antonelli und rettete den vierten Platz nur knapp vor George Russell ins Ziel.

Vasseur erklärte, die Strategie habe sowohl Ferraris starke Rennpace als auch das damit verbundene Risiko offengelegt. „Charles’ Pace im Rennen war mehr als gut – wir sind, glaube ich, einen Stint von 49 Runden auf den harten Reifen gefahren, und die Rundenzeiten waren immer noch stark.“ Weiter führte er aus: „Er führte die Gruppe der Fahrer auf Hard an, und ich denke, bei einem zweiten Zwischenfall oder einer roten Flagge wäre der Sieg drin gewesen.“
Selbst mit einer regulären Safety-Car-Phase wäre das Ergebnis ein anderes gewesen, so Vasseur, der Leclerc in diesem Szenario auf Rang zwei oder drei sah. Er betonte, dass Ferraris Rennleistung am Sonntag nicht das Hauptproblem gewesen sei; vielmehr habe man im Qualifying eine große Chance verpasst.
Bremsdefekt stoppt Hamiltons Aufholjagd
Hamiltons Rennen war nur von kurzer Dauer, nachdem ihn ein Bremsproblem zur Aufgabe zwang – sein erster Ausfall der laufenden Saison. Zuvor legte er einen aggressiven Start hin und attackierte umgehend Max Verstappen im Kampf um Rang drei, woraufhin Verstappen die Position nach Abkürzen der ersten Kurve wieder abtrat.

Kurz darauf fiel Hamilton jedoch zurück und funkte an die Box, dass das Bremspedal durchfalle und er das Auto nicht mehr verlässlich verzögern könne. Er steuerte den Ferrari sicher an die Boxengasse und meinte anschließend, das Auto hätte definitiv das Potenzial für den Sieg gehabt. Vasseur erklärte, das Problem sei erstmals am Ende der ersten Runde aufgetreten, wenige Kurven später erneut aufgetaucht und bei verbleibenden 56 Runden schlicht zu riskant für eine Weiterfahrt gewesen.
Ferraris Nachbesprechung wird sich nun intensiv dem Bremsversagen widmen, während Leclercs Leistung bewies, dass die Rennpace des Boliden absolut konkurrenzfähig war – auch wenn der strategische Coup auf einen Zwischenfall angewiesen war, der letztlich ausblieb. Mehr Details dazu lesen Sie in Ferraris Untersuchung zu Hamiltons Bremsdefekt.
