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Sergio Perez hat in der ersten Formel-1-Saison von Cadillac die Oberhand gegenüber Valtteri Bottas gewonnen, doch der Leistungsunterschied zwischen den beiden Routiniers ist nicht allein auf ihr fahrerisches Können zurückzuführen.
Beide Piloten kamen mit dem Ziel zum amerikanischen Rennstall, das Team von Grund auf aufzubauen und in Richtung Wettbewerbsfähigkeit zu führen. Dieser Prozess erwies sich als schwierig. Cadillac konnte 2026 bisher keinen einzigen Punkt einfahren, während Zuverlässigkeits- und Qualitätskontrollprobleme den Druck auf eine ohnehin schon herausfordernde Debütsaison weiter erhöht haben.
Aufhängungsschäden und Bremsbrände haben das Team beeinträchtigt, wobei es den Anschein hat, dass Bottas stärker unter diesen Problemen leidet. Obwohl der Finne in der Gesamtwertung vor Perez liegt, wirkt der Mexikaner im Auto deutlich entspannter. Er war näher am Mittelfeld dran und stand in Monaco kurz vor einem Punkterfolg, bevor er diese Chance durch eine Geschwindigkeitsüberschreitung in der Boxengasse verlor.
Laut der Journalistin Julianne Cerasoli hängt die stärkere Leistung von Perez mit der kommerziellen Stärke zusammen, die er bei Cadillac einbringt. Der Mexikaner verfügt über beträchtliche Sponsorenunterstützung, während Bottas Berichten zufolge das Nachsehen hat, wenn das Team nicht in der Lage ist, zwei Autos auf exakt demselben technischen Stand bereitzustellen.
Cerasolis Bericht beleuchtet zudem einen signifikanten Unterschied in der Vertragssituation der beiden Fahrer. Perez kann Cadillac verlassen, wenn er möchte – vor dem Hintergrund von Gerüchten über einen Wechsel zu Williams –, während Bottas’ Vertrag ausgekauft werden müsste, damit er das Team vor Ablauf seines zweiten Jahres verlassen könnte.
„Tatsächlich kann Perez gehen, wenn er will. Das ist eher das Szenario, oder? Und was Bottas betrifft, habe ich gehört, dass Cadillac seinen Vertrag auszahlen müsste, damit er das zweite Jahr nicht erfüllen muss“, sagte Cerasoli auf dem YouTube-Kanal von UOL Esporte.
Sie fügte hinzu, dass beide Fahrer Verträge mit Cadillac haben, was bedeutet, dass jede Lösung sowohl kommerziell als auch sportlich sinnvoll sein muss.
Nach der Entlassung von Graeme Lowdon wird Cadillac nun versuchen, unter Marcin Budkowski einen neuen Kurs einzuschlagen. Die unmittelbare Herausforderung für den neuen Teamchef besteht nicht nur darin, das Auto zu verbessern, sondern auch sicherzustellen, dass beide Seiten der Garage die gleiche Ausrüstung und die gleichen Chancen erhalten. Der Führungswechsel bei Cadillac steht bereits unter Beobachtung, wie in dem aktuellen Bericht über Budkowskis Ziele für das Team dargelegt wird.
Cerasoli betonte, dass Cadillac Bottas nicht absichtlich benachteilige. Vielmehr habe das Team Schwierigkeiten, zwei identische Autos vorzubereiten – ein Problem, das laut Cerasoli selbst etablierte Rennställe treffen kann. Für eine neue Organisation, die ihre Abläufe noch strukturiert, ist dieses Ungleichgewicht jedoch zu einer ihrer sichtbarsten Schwächen geworden.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.