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Die Formel-1-Fahrer erwarten, dass Spa-Francorchamps einen der schwierigsten Kompromisse des Reglements von 2026 offenlegen wird. Mit einer Länge von 4,352 Meilen (ca. 7 km) ist Spa der längste Kurs im Kalender, doch das Layout bereitet größere Sorgen: Der erste und der dritte Sektor sind stark von der Motorleistung abhängig und verbrauchen erhebliche Mengen an Batterieenergie, was dazu führt, dass im mittleren Sektor kaum oder gar keine elektrische Energie zur Verfügung steht.
Dies schafft eine besonders heikle Situation zwischen Les Combes und Stavelot. Dieser Abschnitt ist leistungslimitiert, was bedeutet, dass die maximale elektrische Leistung von 350 kW selbst dann nicht verfügbar ist, wenn die Fahrer sie abrufen möchten. Fernando Alonso warnte bereits, dass eine optimale Energienutzung auf der Start-Ziel-Geraden und der letzten Geraden dazu führen könnte, dass im gesamten, einminütigen zweiten Sektor keine elektrische Unterstützung mehr vorhanden ist. Dies würde zu einer geringeren Leistung als im Vorjahr führen – und unter bestimmten Umständen sogar zu weniger Power als bei Fahrzeugen der Formel 2.

Max Verstappen beschrieb Spa als ein Rennen, das „aufgrund der Energie eine weitere schmerzhafte Erfahrung“ werden könnte, während Oscar Piastri meinte, dass „Spa und Monza traurig werden“. Die Sorge ist in den Kurven 10 und 11, der berühmten Doppel-Links-Kurve Pouhon, am größten, wo das Fehlen der elektrischen Unterstützung die Möglichkeit bietet, stattdessen Energie zurückzugewinnen.
Der Effekt in Pouhon wird teilweise davon abhängen, mit welchem Abtriebsniveau die Teams fahren können. Wenn die Autos bereits am Limit des verfügbaren Grips sind, könnte die Energierückgewinnung zu einer erheblichen Einschränkung werden. Niedrigere Abtriebswerte könnten dieses Risiko jedoch verringern, während das aktive Aerodynamik-Paket es den Teams ermöglichen könnte, mehr Abtrieb zu fahren, bevor sie auf den Geraden den Luftwiderstand reduzieren.

Das grundlegende Problem bleibt simpel: Es ist nicht genug Energie vorhanden, um die maximale elektrische Leistung über die gesamte Runde abzugeben. Eine voll geladene Batterie hält bei 350 kW nur 11,5 Sekunden. Das Problem war bereits vor der Saison bekannt, was zu spezifischen Anpassungen für Spa führte. Im Qualifying wurde das Limit für die Energierückgewinnung pro Runde von den geplanten 8 MJ auf 7 MJ gesenkt, um das „Lift-off“- oder „Superclipping“-Laden zu begrenzen und das Defizit zwischen der beim Bremsen zurückgewonnenen und der benötigten Energie zu verringern.
Diese Maßnahme soll für einen konstanteren Rennverlauf sorgen, hat aber ihren Preis: Die Pole-Position könnte bis zu vier Sekunden langsamer sein als 2025. Das Limit für das Rennen steigt auf 8,5 MJ, was die Aussicht auf ein „Jo-Jo-Rennen“ erhöht, bei dem die Fahrer ständig mit ihrem Energiebudget haushalten müssen.
Spa wird zudem über fünf „Straight-Mode“-Zonen verfügen, die die Start-Ziel-Gerade, den Weg nach Eau Rouge, die Kemmel-Gerade sowie zwei Zonen zwischen Stavelot und der Bus-Stop-Schikane abdecken. Diese Anordnung verhindert, dass der letzte Sektor noch bestrafender wird. Die aktualisierte Streckenkarte für Spa zeigt diese fünf Zonen im Detail.

Das Wochenende mag vielleicht nicht ganz so düster ausfallen wie befürchtet, doch das Energiemanagement wird die Performance dominieren. Gabriel Bortoleto forderte die F1 dazu auf, die ständigen Beschwerden hinter sich zu lassen, und betonte, dass die Autos nach wie vor Spaß machen und die Fahrer sich einfach anpassen müssen. Langfristig bieten Änderungen am Verhältnis zwischen elektrischer und konventioneller Leistung – und möglicherweise ein V8-Reset im Jahr 2031 – einen Weg, um über die grundlegenden Einschränkungen von Spa hinauszugehen.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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