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Williams will die unerwartete fünfwöchige Pause im Formel-1-Kalender 2026 nutzen, um eine grundlegende Schwäche des FW48 anzugehen: das Gewicht. Das Team aus Grove peilt an, beim Grand Prix von Miami vom 1. bis 3. Mai ein leichteres Chassis für Alex Albon und Carlos Sainz einzusetzen.
Die verlängerte Unterbrechung folgt auf die Absage der Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien aufgrund der Lage im Nahen Osten. Nach dem Großen Preis von Japan in der vergangenen Woche ist Florida damit die nächste Station im Kalender. Für Williams kommt das Timing gelegen – es bietet die entscheidende Chance, eine bislang enttäuschende Saison neu auszurichten.
Williams war in den neuen Reglement-Zyklus gestartet, nachdem man die Regeländerungen frühzeitig priorisiert hatte. Doch die Ergebnisse spiegeln diesen Anspruch bislang nicht wider.
Nach drei Rennwochenenden liegt Sainz mit lediglich zwei Punkten auf Rang 14 der Fahrerwertung, während Albon auf Platz 18 noch ohne Zähler ist. Bereits im Januar geriet das Team durch Verzögerungen beim FW48-Projekt ins Hintertreffen und musste den Shakedown in Barcelona auslassen. Zwar hat sich die Zuverlässigkeit inzwischen weitgehend stabilisiert, doch in Australien, China und Japan fehlte es weiterhin an reiner Performance.
Sainz’ neunter Platz in China ist bislang das beste Resultat des Teams. In der Konstrukteurswertung liegt Williams nur vor den Neueinsteigern Audi und Aston Martin – obwohl man mit dem als dominant beschriebenen Mercedes-Motorpaket antritt. Ralf Schumacher bezeichnete Williams bislang als seine „größte Enttäuschung“ der Saison 2026.

Berichten zufolge ist das Chassis des FW48 rund 15 bis 20 Kilogramm zu schwer – ein Nachteil, der als „einziger Grund“ für den schwachen Saisonstart gilt. Dieses Mehrgewicht soll Albon und Sainz im Vergleich zur direkten Konkurrenz mehr als eine halbe Sekunde pro Runde kosten.
Die Auswirkungen sind deutlich sichtbar. Williams hatte wiederholt große Probleme im Qualifying, beide Fahrer schieden häufig bereits in Q1 aus.
Sainz erreichte in Japan erstmals in dieser Saison Q2, war dort jedoch der langsamste Pilot des Segments. Albon schaffte es bislang nur einmal in Q2 – in Australien, wo im ersten Qualifying-Abschnitt lediglich 19 Fahrer eine Zeit setzten.
In China schieden beide Williams-Piloten sowohl im Sprint-Qualifying als auch im Qualifying für den Grand Prix bereits im ersten Abschnitt aus – gemeinsam mit den Fahrern von Aston Martin und Cadillac. In Japan profitierte Sainz davon, dass Haas-Pilot Oliver Bearman nach einer schwierigen Session nur 18. wurde und so knapp den Einzug in Q2 verpasste.
Auch das Renntempo bereitet Sorgen. Sainz kam in dieser Saison bislang nur einmal in der Führungsrunde ins Ziel. In Japan überquerte er die Ziellinie als 15., 65 Sekunden hinter Rennsieger Andrea Kimi Antonelli. Albon wiederum nutzte das Rennen faktisch als Testsession.

Williams plant im April ein als „umfassend“ beschriebenes Gewichtsreduktionsprogramm mit dem Ziel, in Miami ein überarbeitetes Chassis einzuführen. Ein starker Einstand wird dabei essenziell sein.
Auch die Konkurrenz dürfte mit Updates am Hard Rock Stadium antreten – der Druck steigt also für ein Team, das weitere Q1-Aus und große Rückstände im Rennen unbedingt vermeiden will.
Für Williams ist Miami mehr als nur eine weitere Station im Kalender. Es ist ein zentraler Meilenstein in der Entwicklung – und möglicherweise die erste echte Gelegenheit, um festzustellen, ob das Projekt 2026 noch zu retten ist.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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