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Aston Martins Werben um Jonathan Wheatley rückt Kostenobergrenze in den Fokus

Aston Martins Werben um Jonathan Wheatley hat im Fahrerlager neue Fragen aufgeworfen, wie das Team angesichts hoher Gehälter und prominenter Verpflichtungen die Kostenobergrenze der Formel 1 für 2026 einhält.

Aston Martins Werben um Jonathan Wheatley rückt Kostenobergrenze in den Fokus
© Formula 1 via Getty Images

Aston Martins Entscheidung, Jonathan Wheatley als neuen Teamchef zu verpflichten, hat nicht nur Bewegung in die Diskussionen rund um den Fahrermarkt gebracht – sie hat im Fahrerlager auch leise Bedenken neu entfacht, wie das Team aus Silverstone innerhalb der finanziellen Regularien der Formel 1 agiert.

Gespräche mit Wheatley nach plötzlichem Audi-Abgang

Wheatleys Verfügbarkeit kam überraschend zustande, als Audi in der vergangenen Woche seinen sofortigen Rücktritt bestätigte und „persönliche Gründe“ anführte. Berichten zufolge hatte sich seine Ehefrau nach dem Umzug von England nach Hinwil im vergangenen April nur schwer in der Schweiz eingelebt. Dort hatte er die Leitung von Sauber übernommen, bevor das Team vollständig zum Audi-Werksteam umgewandelt wird.

Nun befindet sich Aston Martin in Gesprächen, um den 58-Jährigen zurück nach England zu holen. Die Zielsetzung ist klar: Adrian Newey soll von den Aufgaben des Teamchefs entbunden werden, um sich vollständig auf die Weiterentwicklung des Fahrzeugs konzentrieren zu können.

Berichten zufolge hat Wheatley einem Wechsel zu Aston Martin grundsätzlich bereits zugestimmt, auch wenn noch kein Vertrag unterzeichnet wurde. Mit Audi laufen derzeit Verhandlungen über die Dauer seiner sogenannten Gardening Leave. Zunächst hieß es, er könne bis Ende 2026 freigestellt werden, doch neuere Hinweise deuten darauf hin, dass er möglicherweise schon im August zu Aston Martin stoßen könnte.

Fragen zur Kostenobergrenze werden lauter

So bedeutend diese Personalie für Aston Martin wäre, so sehr sorgt sie auch bei rivalisierenden Teams erneut für Aufmerksamkeit.

Laut Auto Action hat das Interesse an Wheatley alte Bedenken im Fahrerlager wieder aufleben lassen, wie das Team die Vorgaben der Formel-1-Kostenobergrenze einhält – insbesondere angesichts seines Rufs, hohe Gehälter zu zahlen, um Spitzenpersonal zu gewinnen.

Der Rennstall aus Silverstone gilt als großzügig bei der Entlohnung, um hochrangige Mitarbeiter abzuwerben. Teameigner Lawrence Stroll soll zudem bestrebt sein, dem Eindruck entgegenzuwirken, Aston Martin würde gezielt Führungskräfte von Konkurrenten loseisen.

In einer Teammitteilung zur Unterstützung Neweys im Zuge der Spekulationen um Wheatley erklärte Stroll:

„Führungskräfte anderer Teams treten regelmäßig an uns heran, weil sie Teil von Aston Martin werden möchten. Im Einklang mit unserer Unternehmenspolitik äußern wir uns jedoch nicht zu Gerüchten oder Spekulationen.“

Auf Anfrage zu den gemeldeten Bedenken hinsichtlich der Einhaltung der Kostenobergrenze bezeichnete ein Sprecher von Aston Martin diese als „Gerüchte und Spekulationen, zu denen wir uns nicht äußern.“

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© IMAGO

Das finanzielle Regelwerk im Überblick

Die Kostenobergrenze der Formel 1 für die Saison 2026 liegt bei 215 Millionen US-Dollar (160 Millionen Pfund) und markiert den Beginn eines neuen Reglementzyklus. Eingeführt wurde sie 2021 mit 145 Millionen US-Dollar (108 Millionen Pfund) und wird jährlich an die Anzahl der ausgetragenen Grands Prix angepasst.

Die Obergrenze deckt die meisten operativen Aspekte des Teambetriebs ab. Ausgenommen sind jedoch unter anderem:

  • Fahrergehälter
  • Die Gehälter der drei bestbezahlten Mitarbeiter
  • Mitarbeiterboni und Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall
  • Reisekosten
  • Marketing- und Hospitality-Ausgaben
  • Start- und Lizenzgebühren
  • Aktivitäten außerhalb der Formel 1

Berichten zufolge erhält Newey bis zu 30 Millionen Pfund pro Jahr, einschließlich Boni und Zusatzleistungen. Auch der Chief Strategy Officer Andy Cowell – zuvor Teamchef – soll jährlich 12 Millionen Pfund verdienen.

Innerhalb der Struktur des Reglements sind diese Ausnahmen von erheblicher Bedeutung. Doch in einem Fahrerlager, in dem finanzielle Spielräume ebenso genau analysiert werden wie Rundenzeiten, sorgt Aston Martins offensive Personalstrategie weiterhin für Aufmerksamkeit.

Ob Wheatley den Wechsel letztlich vollzieht, könnte sich als entscheidend erweisen – nicht nur für die Führungsstruktur des Teams, sondern auch für die Wahrnehmung seiner finanziellen Praktiken im Zeitalter der Formel-1-Kostenobergrenze.

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