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Toto Wolff hat Pete „Bono“ Bonnington als entscheidende Figur für den rasanten Aufstieg von Kimi Antonelli bei Mercedes hervorgehoben. Er würdigt den erfahrenen Renningenieur dafür, dass er genau die richtige Balance zwischen Anleitung und Autorität gefunden hat, die ein 19-jähriges Wunderkind benötigt, um an der Spitze der Formel 1 zu glänzen.
Nach Antonellis Sieg auf dem Miami International Autodrome – dem dritten Sieg in Folge für den Italiener – gab Wolff einen aufschlussreichen Einblick in die Dynamik zwischen Fahrer und Ingenieur, die sich still und leise zu einer der fesselndsten Partnerschaften im Fahrerlager entwickelt hat.
Bonningtons Referenzen sind tadellos. Bevor er Antonelli betreute, war er Renningenieur von Michael Schumacher während dessen Zeit bei Mercedes, bevor er eine Ära prägende Zusammenarbeit mit Lewis Hamilton begann, die sich über 12 Saisons bei den Silberpfeilen erstreckte. Es ist eine beeindruckende Reihe an Fahrern, mit denen er zusammengearbeitet hat – und Wolff ist überzeugt, dass dieses gesammelte Wissen nun direkt in die Formung von Antonellis Entwicklung einfließt.
„Bono hat über viele Jahre von den Großen gelernt, von Schumacher bis Hamilton und jetzt von Kimi“, sagte Wolff. „Er war ein guter Mentor für ihn, aber auch ein starker Chef.“
Der Unterschied ist wichtig. Ein Mentor ohne Autorität riskiert, den Fokus des Fahrers zu verlieren; ein Chef ohne Empathie riskiert, ihn zu ersticken. Bonnington, so Wolff, bietet beides gleichermaßen.

Wolff erzählte eine anschauliche Anekdote vom Renntag in Miami, die genau verdeutlicht, warum er Bonnington so vollkommen vertraut. Als Antonelli während des Rennens zwei Verwarnungen wegen Überschreitens der Streckenbegrenzung erhalten hatte, war Wolff bereit, über Funk einzugreifen – wurde jedoch von seinem eigenen Ingenieur bestimmt zurückgewiesen.
„Es gab heute ein paar Momente, als er zwei Verwarnungen wegen der Streckenbegrenzung hatte – ich sagte zu Bono: ‚Noch eine und ich gehe über Funk‘, und er sagte: ‚Nein, nein, überlass das mir‘“, erinnerte sich Wolff. „Das zeigt, dass er einfach weiß, wie man damit umgeht. Das ist gut, er ist Teil des Erfolgs.“
Es ist die Art von Gelassenheit, die nur durch Erfahrung entsteht – und genau die ruhige Hand, die Antonelli braucht, während sein Titelkampf intensiver wird. Wie David Coulthard Anfang der Woche anmerkte, hat sich Antonelli bereits das Recht verdient, Mercedes anzuführen – eine Einschätzung, die Wolffs eigene Worte zu bestätigen scheinen.
Obwohl Wolff Antonellis Leistung in Miami als „sein bisher bestes Rennen“ bezeichnete, achtete er darauf, nicht den Eindruck zu erwecken, der Mentoring-Prozess sei abgeschlossen. Der Teamchef zog eine direkte Linie von Antonellis Juniorenkarriere zu seinem aktuellen Werdegang und stellte den Ansatz als absolut konsistent mit der Art und Weise dar, wie das Team seine Entwicklung schon immer gesteuert hat.
„Wenn man sich seinen Werdegang im Kartsport und in den Juniorenformeln ansieht, war er einfach herausragend“, erklärte Wolff. „Wenn man bedenkt, was wir letztes Jahr gesagt haben, ist es genau das, wie seine Leistung und seine Entwicklung verlaufen sind.“
Diese Entwicklung verlief nicht ohne Turbulenzen. Wolff räumte ein, dass Antonellis zweite Saison – genau wie sein Debütjahr – sowohl Momente der Brillanz als auch Momente enthielt, in denen Fehler als Teil des Lernprozesses erlaubt waren.
„Wir hatten diese großartigen Höhen und Momente der Brillanz und dann Momente, in denen er Fehler machen durfte“, sagte Wolff. „Wir mussten ihn kalibrieren und weiterhin als Mentor begleiten, während er unter Druck stand. Er ist in der Lage, das zu analysieren, aber dann nicht zu viel darüber nachzudenken. Er schottet es ab – ‚Okay, ich habe einen Fehler gemacht. Ich lege ihn beiseite.‘“
Diese psychologische Widerstandsfähigkeit – die Fähigkeit, Rückschläge wegzustecken, ohne von ihnen verzehrt zu werden – ist zunehmend das Markenzeichen eines Fahrers, der für die lange Distanz gebaut ist. Und laut Wolff ist es etwas, das das Team aktiv verstärkt.
„Ich denke, wir alle, die ihm nahestehen, müssen die Botschaft immer wieder betonen und wiederholen. Das ist ein langfristiges Spiel.“
Drei Siege in Folge und der Status als jüngster Tabellenführer der F1-Geschichte deuten darauf hin, dass dieses Spiel derzeit voll nach Plan läuft.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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