Bearman: Hamiltons Ferrari-Erfolg könnte Aufstieg verzögern

Bearman stellt sich auf lÀngere Ferrari-Wartezeit ein
Ollie Bearman rĂ€umt ein, dass Lewis Hamiltons starke Form bei Ferrari seine langfristige Hoffnung auf ein Cockpit bei der Scuderia verzögern könnte. Der 21-JĂ€hrige betont jedoch, dass er Haas nicht ĂŒberstĂŒrzt verlassen will.
Bearman trat 2022 der Ferrari-Fahrerakademie bei und ist weiterhin Teil der Ferrari-Familie. Sein Formel-1-DebĂŒt fĂŒr das Team gab er beim GroĂen Preis von Saudi-Arabien 2024, als er den erkrankten Carlos Sainz ersetzte. Dabei holte er mit einem beeindruckenden siebten Platz auf Anhieb Punkte.
Ferraris aktuelle Fahrerpaarung aus Charles Leclerc und einem wiedererstarkten Hamilton bedeutet fĂŒr Bearman allerdings eine lĂ€ngere Wartezeit als erwartet. Hamiltons jĂŒngste Erfolge machen diese RealitĂ€t aus persönlicher Sicht schwieriger. Gleichzeitig ist sich Bearman der Bedeutung bewusst, den siebenmaligen Weltmeister bei dem italienischen Rennstall in dieser Form zu erleben.
âIn den vergangenen sechs Monaten hat sich sehr viel verĂ€ndertâ, sagte Bearman in der jĂŒngsten Folge von Jenseits des Grids. âAls Formel-1-Fan und auch als Lewis-Fan ist es ziemlich cool zu sehen, auf welchem Niveau er fĂ€hrt.â
Hamiltons Leistung sei fĂŒr seine eigenen Zukunftsaussichten zwar ânicht idealâ, fĂŒgte Bearman hinzu. Zugleich stellte er klar: âIch bin erst 21. Ich habe es nicht besonders eilig.â

Haas bleibt ein wichtiger Teil von Bearmans Entwicklung
Seit seinem VollzeitdebĂŒt in der vergangenen Saison hat sich Bearman bei Haas kontinuierlich weiterentwickelt. Seine Rookie-Saison beendete er in Mexiko-Stadt mit einem Karrierebestwert von Platz vier. Auch in die Saison 2026 startete er positiv: In den ersten beiden LĂ€ufen punktete er, darunter mit einem Sprintpunkt und einem starken fĂŒnften Platz in China, nachdem er Q3 erreicht hatte.
Danach wurden Punkteergebnisse schwieriger, abgesehen von einem weiteren ZĂ€hlerresultat in Kanada. Beide Haas-Fahrer sind in der Rangliste inzwischen zurĂŒckgefallen. Bearman liegt in der Fahrerwertung jedoch weiterhin vor seinem Teamkollegen Esteban Ocon.
Der Brite ist ĂŒberzeugt, dass Haas ihm noch wertvolle Entwicklungsmöglichkeiten bietet. âBei diesem Team gibt es viel zu lernen. Es gibt noch viel zu erreichenâ, sagte er. Die aktuelle Phase sei zwar schwierig, zugleich aber prĂ€gend fĂŒr seinen Charakter.
Bearman möchte nicht, dass seine Zeit bei Haas durch eine starke erste Saison und anschlieĂende lang anhaltende Schwierigkeiten definiert wird. Sein unmittelbares Ziel ist klar: Leistung zurĂŒckzugewinnen und wieder Punkte zu sammeln. Dieser besonnene Ansatz spiegelt auch den gröĂeren Druck wider, unter dem Ferrari angesichts der aktuellen sportlichen Erwartungen steht. Mehr dazu wurde zuletzt in Lewis Hamilton erwartet mit Ferrari eine stĂ€rkere SaisonhĂ€lfte analysiert.

Ferrari bleibt der groĂe Traum
Bearman sagt, Ferrari sei weiterhin sein oberstes Ziel. Er bezeichnet den Rennstall als âTraumteamâ und als weltweit bekannteste Marke. Dennoch will er nicht unbegrenzt auf eine freie Stelle warten.
âIch möchte nicht drei, vier oder fĂŒnf Jahre herumsitzen und darauf warten, dass ein Cockpit frei wirdâ, sagte er. Sein Ziel sei es, um Siege und Weltmeisterschaften zu kĂ€mpfen â ganz gleich, wo sich diese Chance ergibt. Das könnte letztlich auch bedeuten, einen Weg abseits von Ferrari einzuschlagen.
