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Cadillac mag weiterhin am Ende des Formel-1-Feldes fahren, doch das jüngste Upgrade-Paket beim Großen Preis von Japan hat dem Team neuen Mut gemacht.
Der amerikanische Rennstall, der in diesem Jahr sein F1-Debüt gibt, erlebte einen schwierigen Saisonstart. In den ersten beiden Rennen in Melbourne und Shanghai schieden Valtteri Bottas und Sergio Perez jeweils im Q1 aus, und Punkte stehen bislang noch nicht zu Buche. Der Leistungsrückstand betrug meist mehrere Sekunden und wurde häufig durch technische Probleme zusätzlich vergrößert.
In Suzuka jedoch war ein anderer Ton zu spüren.
Cadillac brachte am Freitag einen überarbeiteten Diffusor samt Diffusor-Leitblechen an den Start. Auch wenn Bottas die Änderungen nicht als bahnbrechend bezeichnen wollte, sprach er von spürbaren Fortschritten.
Bottas beendete das FP1 auf Rang 20 und das FP2 auf Platz 18 – mit einem Rückstand von 2,824 beziehungsweise 2,482 Sekunden. Auf dem Papier bleiben die Abstände deutlich, doch der Finne verwies auf eine verringerte Lücke zu den vor ihm liegenden Autos.

„Ja. Es sieht so aus, als hätten wir den Abstand zu praktisch allen Autos vor uns etwas verkleinert. Die Lücke ist kleiner als zuvor.“
Entscheidend war zudem, dass der Freitag auf seiner Seite der Garage erstmals an einem Rennwochenende ohne Zwischenfälle verlief.
„Heute war es auf meiner Seite der Garage zum ersten Mal an einem Rennwochenende ein Tag ohne ein einziges Problem. Wir konnten uns komplett auf die Performance und die Abstimmungsarbeit konzentrieren, statt Probleme zu beheben.“
„Das war gut. Sowohl auf eine Runde als auch im Longrun liegen wir noch etwas hinter Williams, scheinen aber vor Aston zu sein. Ich habe das Gefühl, wir haben etwas Abtrieb und etwas Stabilität gewonnen. Im Vergleich zu den Topteams fehlt uns noch sehr viel, aber zumindest stimmt die Richtung.“
„Jetzt wissen wir wieder genauer, worauf wir uns konzentrieren müssen. Aber ja, alles funktioniert mit den neuen Teilen so, wie ich es erwartet habe.“
Der Fokus lag weniger auf der reinen Rundenzeit als auf Stabilität und Berechenbarkeit – grundlegende Eigenschaften für ein Team, das seine Performance-Basis noch aufbaut.

Cadillacs Technikberater Pat Symonds bekräftigte, dass die Upgrade-Philosophie klar ist: mehr aerodynamischer Abtrieb, insbesondere am Heck.
„Wie die meisten wollen wir sicherstellen, dass die Belastung am Heck konstant ist. Darauf zielen viele dieser Maßnahmen ab.“
„Wir haben noch nicht alles vollständig analysiert, aber die Fahrer sind sich einig, dass das Auto ziemlich gut ausbalanciert ist. Wir hatten eine gute Balance zwischen schnellen und langsamen Kurven sowie zwischen wenig und viel Sprit an Bord.“
„Wenn man das hat, ist das eine sehr positive Grundlage für die Zukunft. Wenn wir nun noch etwas mehr Abtrieb ans Auto bekommen, können wir uns im Mittelfeld etablieren.“
Die Botschaft ist klar: erst die Balance, dann mehr Abtrieb. Nur wenn sich das Auto unter unterschiedlichen Bedingungen konstant verhält, kann das Team realistisch das Mittelfeld ins Visier nehmen.

Während Bottas einen reibungslosen Tag erlebte, verlief der Freitag für Perez deutlich komplizierter.
Der Mexikaner kollidierte im FP1 in der Schikane mit Alex Albon, nachdem der Williams-Pilot innen zum Überholen angesetzt hatte. Perez beendete die Session auf Rang 19, 0,269 Sekunden vor Bottas, ehe er das zweite Training als 20. abschloss – mit 3,556 Sekunden Rückstand auf den schnellsten Mann, Oscar Piastri.
Für Cadillac lautet die Schlagzeile von Suzuka daher nicht ein spektakulärer Sprung im Klassement. Vielmehr geht es um etwas Grundlegenderes: ein Auto, das sich wie erwartet verhält, und Upgrades, die halten, was sie versprechen.
Der Abstand bleibt groß, doch für den jüngsten Neueinsteiger im Feld könnten eine stabile Plattform und eine klarere Entwicklungsrichtung in dieser Phase der Formel-1-Reise ebenso wertvoll sein wie spektakuläre Rundenzeiten.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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