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Damon Hill glaubt, dass George Russell den teaminternen Titelkampf bei Mercedes noch drehen kann. Dabei zieht er eine direkte Parallele zu seiner titelentscheidenden Saison 1996 bei Williams.
Der frühe Vorteil von Mercedes in der jüngsten Formel-1-Ära hat Russell und Andrea Kimi Antonelli in einen direkten Kampf um ihren ersten Weltmeistertitel geführt. Antonelli, der erst seine zweite Saison bestreitet, hat sich einen deutlichen Vorsprung vor seinem erfahreneren Teamkollegen erarbeitet. Russells Titelchancen wurden dagegen durch mehrere enttäuschende Rennwochenenden und Zuverlässigkeitsprobleme geschwächt.
Beim Vergleich geht es nicht nur um das Alter. Hill erkennt Ähnlichkeiten zwischen Russells Situation und seinem eigenen Duell mit Jacques Villeneuve. Der jüngere Fahrer kam damals mit dem Rückenwind einer erfolgreichen Nachwuchskarriere und einer Meisterschaft in der IndyCar-Serie zu Williams.
„Ich denke, bei George ist es ähnlich … Als Jacques Villeneuve zu Williams kam, war das für mich ein Stück weit vergleichbar“, erklärte Hill gegenüber F1.com.
„Er war zehn Jahre jünger als ich, war aber gerade aus einer Meisterschaftssaison in der IndyCar-Serie gekommen und hatte in einer anderen hochrangigen Rennserie bereits große Erfolge gefeiert.“
Hill entschied dieses Duell letztlich für sich. Deshalb glaubt er, dass Russell eine ähnliche Antwort finden muss, wenn er den Rückstand in der zweiten Hälfte der Saison 2026 noch aufholen will.
„Es war also etwas anders, aber am Ende habe ich Jacques geschlagen. George muss das nun irgendwie ebenfalls schaffen!“, fügte er hinzu.
Antonellis aktueller Vorsprung ist besonders bemerkenswert, wenn man die Schwierigkeiten seiner Rookie-Saison betrachtet. Trotz einer herausragenden Nachwuchskarriere und seines schnellen Aufstiegs von der FRECA über die Formel 2 in die Formel 1 war der Italiener zunächst nicht konkurrenzfähig. Am Saisonende lag er auf Platz sieben und hatte mehr als 150 Punkte Rückstand auf Russell.
Seitdem hat er sich dramatisch weiterentwickelt. Hill bezeichnete diesen Wandel als „erstaunlich“ und führte ihn darauf zurück, dass Antonelli während der Winterpause die Lehren aus seinem ersten Jahr verarbeiten konnte.
„Kimi hat eine Formel-1-Saison hinter sich. Über den Winter gibt es eine Art Reifeprozess, in dem all das Gelernte des Jahres absinkt – und plötzlich kommt man zurück und greift an“, sagte Hill. „Es ist erstaunlich. Er besitzt offensichtlich ein unglaubliches Talent und eine bemerkenswerte Reife für einen 19-Jährigen.“
Diese Entwicklung hat Antonelli bei Mercedes zu einem äußerst anspruchsvollen Maßstab gemacht. Vor dem Großen Preis der Niederlande und dem Beginn der zweiten Saisonhälfte wird Russells Weg zurück in den Titelkampf immer schmaler. Hills eigene Erfahrung zeigt jedoch, dass der Kampf noch nicht zwangsläufig entschieden ist.
Mehr über Antonellis schwierige erste Saison und ihre nachhaltigen Auswirkungen erfahren Sie in unserem Beitrag „Der Druck hat mich zerstört“: So prägte seine Rookie-Saison Antonelli.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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