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Die Entwicklung von Frauen in der Formel 1 gehört zu den fesselndsten Erzählungen des Motorsports. Auch wenn die Fortschritte schrittweise kamen, haben die Beiträge wegweisender Frauen – auf und neben der Strecke – die Landschaft des Sports grundlegend verändert.
Maria Teresa de Filippis gilt als die ursprüngliche Wegbereiterin des Motorsports. 1926 in Neapel geboren, ging die Italienerin beim Großen Preis von Monaco 1958 an den Start und wurde damit zur ersten Frau, die an einem WM-Lauf der Formel 1 teilnahm. Obwohl ihre F1-Karriere nur zwei Saisons mit fünf Nennungen umfasste, qualifizierte sie sich für drei Rennen und wurde schließlich beim Großen Preis von Belgien in ihrem Maserati 250F Zehnte. De Filippis’ Vermächtnis wirkte lange über ihre aktive Zeit hinaus: 1997 wurde sie Vizepräsidentin des International Club of Former F1 Grand Prix Drivers.

Fünfzehn Jahre später schrieb Lella Lombardi F1-Geschichte als einzige Fahrerin, die WM-Punkte holte. Beim Großen Preis von Spanien 1975 sicherte sich Lombardi nach dem regenbedingt verkürzten Rennen 0,5 Punkte – ein Rekord, der fast fünf Jahrzehnte später noch immer unerreicht ist. Obwohl sie bei ihrem ersten F1-Einsatz ausschied, bewies sie, dass Frauen auf die höchste Ebene des Motorsports gehören.

Die heutige Landschaft reicht längst über das Fahren hinaus. Monisha Kaltenborn betrat 2012 Neuland, als sie bei Sauber als erste Frau in der Formel 1 Teamchefin wurde, nachdem sie zuvor die Rechtsabteilung des Teams geleitet hatte. Ähnlich stieg Claire Williams 2013 bei Williams Racing zur stellvertretenden Teamchefin auf, verantwortete das Tagesgeschäft und förderte Vielfalt – darunter auch Chancen für Susie Wolff, die als erste Frau seit 1992 wieder an einem F1-Wochenende im Einsatz war.

Wolffs Einfluss reichte weit über das Cockpit hinaus. 2016 gründete sie Dare to be Different mit und ist heute Managing Director der F1 ACADEMY – als Fürsprecherin der nächsten Generation weiblicher Talente.
Hinter Red Bulls Dominanz in der Weltmeisterschaft steht Hannah Schmitz, Head of Strategy. Die in Cambridge ausgebildete Ingenieurin hat entscheidende taktische Weichenstellungen orchestriert – darunter den richtungsweisenden Call beim Großen Preis von Ungarn 2022, der einen unwahrscheinlichen Sieg absicherte.

Die F1 ACADEMY ist zum Inkubator für künftige Stars geworden. Marta Garcia gewann 2023 die erste Meisterschaft, gefolgt von Abbi Pullings rekordverdächtiger Saison 2024 mit neun Siegen aus vierzehn Rennen. Zuletzt vollendete Doriane Pin eine ungeschlagene Podiumsserie und holte sich den Titel 2025 – verbunden mit einer Rolle als Mercedes F1 Development Driver für 2026.
Gleichzeitig durchbrach Laura Mueller eine weitere gläserne Decke: Sie wurde zur ersten weiblichen Renningenieurin der Formel 1, als sie für die Saison 2025 bei Haas befördert wurde.
Von de Filippis’ mutigem Debüt bis zu Pins heutiger Spitzenklasse haben diese Frauen die Formel 1 grundlegend verändert. Ihre gemeinsame Reise – über Fahrerinnen, Ingenieurinnen, Strateginnen und Verantwortliche in der Teamführung – zeigt: Die Zukunft des Motorsports gehört dem Talent, unabhängig vom Geschlecht.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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