
Wird geladen

Alpine-Junior Alex Dunnes vielversprechende Formel-2-Saison 2026 erlitt sofort einen Rückschlag nach einer umstrittenen Kollision mit seinem Rodin-Motorsport-Teamkollegen Martinius Stenshorne im Hauptrennen am Albert Park. Der 20-jährige Fahrer aus Offaly, der sich als Dritter qualifiziert hatte, schien nach einer ermutigenden ersten Runde, die ihn auf Platz zwei nach vorn brachte, auf ein starkes Ergebnis zuzusteuern. Doch ein übermäßig aggressives Überholmanöver in Runde zwei warf ihn komplett aus dem Rennen – und direkt vor die Sportkommissare.
Der Zwischenfall ereignete sich, als Dunne Stenshorne im Kampf um die Führung jagte und den Windschatten nutzte, um in Kurve 11 ein ambitioniertes Manöver zu starten. Das Rodin-Duo blieb durch Kurve 13 Seite an Seite, während Stenshorne den Angriff seines irischen Teamkollegen abwehrte. Eine Runde später setzte Dunne erneut zum Angriff auf die Spitze an – diesmal in Kurve 1, wo es zunächst so aussah, als hätte er das Überholmanöver abgeschlossen. Statt den Pass sauber zu Ende zu fahren, zog Dunne jedoch abrupt über Stenshornes Ideallinie, es kam zum Kontakt – beide Fahrer schieden nach dem Crash aus.

Nach einer Untersuchung nach dem Rennen sichteten die FIA-Sportkommissare Videomaterial und hörten Aussagen beider Fahrer sowie eines Teamvertreters an. Das Urteil fiel eindeutig aus: Dunne wurde als „überwiegend verantwortlich“ für die Kollision eingestuft. Die Kommissare verhängten eine Zeitstrafe von 10 Sekunden, die anschließend gemäß dem Sportlichen Reglement der FIA Formel 2 2026 in eine Startplatzstrafe von fünf Plätzen für das nächste Hauptrennen umgewandelt wurde.
Die Entscheidung, die nach manchen Maßstäben hart wirken mag, spiegelte eine klare Fehleinschätzung Dunnes wider: Er überzog das Manöver, ohne sich eine ausreichend etablierte Position zu sichern.
Die Strafe sorgt zudem für Unklarheit, wann Dunne seinen Startplatzverlust tatsächlich absitzen muss. Aufgrund geopolitischer Komplikationen rund um die geplanten Stationen im Nahen Osten – Bahrain und Saudi-Arabien – ist der Austragungsort der nächsten F2-Runde derzeit offen. Diese Unsicherheit könnte bedeuten, dass Dunne seine Strafe ausgerechnet beim prestigeträchtigen Monaco Grand Prix antreten muss – auf einer Strecke, auf der die Startposition von außergewöhnlicher Bedeutung ist.

Während Dunnes Rennen in sich zusammenfiel, nutzte Red-Bull-Junior Nikola Tsolov die Gelegenheit, erbte die Führung und holte sich seinen ersten Sieg in einem F2-Hauptrennen. Der Bulgare aus dem Campos-Team meisterte zwei Safety-Car-Restarts und fuhr als Erster über die Linie – als erster Bulgare überhaupt, der ein F2-Rennen gewann.
Dunnes Fehler ist eine mahnende Erinnerung daran, dass Aggressivität ohne Präzision – besonders unter Teamkollegen – im hart umkämpften Formelsport gravierende Folgen haben kann.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
Möchten Sie einen Kommentar hinzufügen? Laden Sie unsere App herunter, um an der Unterhaltung teilzunehmen!
Kommentare
Noch keine Kommentare
Seien Sie der Erste, der Ihre Gedanken teilt!