WRC sagt Saudi-Finale ab: Was bedeutet das für die F1?

WRC-Entscheidung erhöht den Druck auf die Formel 1
Die Saisonabschlussrennen der Formel 1 in Katar und Abu Dhabi stehen vorerst weiterhin im Kalender. Doch die Entscheidung der FIA, die Rallye Saudi-Arabien aus dem Kalender der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) für 2026 zu streichen, hat auch die Aufmerksamkeit auf die eigenen Rennen der Königsklasse im Nahen Osten deutlich verschärft.
Die Rallye Saudi-Arabien sollte die WRC-Saison ursprünglich vom 12. bis 15. November beschließen. Die FIA und der WRC-Promoter bestätigten jedoch, dass die Veranstaltung 2026 nicht Teil der Weltmeisterschaft sein wird. Als Begründung nannten sie die „anhaltende Unsicherheit in der Region und deren Auswirkungen auf die logistischen Abläufe“.
Der Beschluss fiel nach monatelanger Arbeit unter Beteiligung des saudi-arabischen Automobil- und Motorradverbandes, des lokalen Organisationsteams sowie der Interessengruppen der Meisterschaft. Trotz aller Bemühungen, eine Lösung für die Durchführung der Rallye zu finden, konnte der WRC-Lauf letztlich nicht wie geplant stattfinden.

Die Rallye selbst soll am selben Datum dennoch im Rahmen der FIA Middle East Rally Championship ausgetragen werden. Saudi-Arabien betonte, man sei weiterhin bereit, das Event sicher und erfolgreich durchzuführen, und ergänzte, dass das Königreich wie gewohnt funktioniere und alle nationalen Systeme vollständig einsatzbereit seien.
F1-Saisonfinale im Nahen Osten bleibt unverändert
Der WRC-Kalender wird nun mit der Rallye Sardinien vom 1. bis 4. Oktober als 13. und letztem Saisonlauf enden. Diese Kalenderänderung bedarf noch der Genehmigung durch den FIA-Weltrat für Motorsport (WMSC), während der F1-Terminplan vorerst unverändert bleibt.
Damit richtet der Lusail International Circuit in Katar am 29. November planmäßig den vorletzten Saisonlauf aus, gefolgt vom großen Saisonfinale auf dem Yas Marina Circuit in Abu Dhabi am 6. Dezember. Da diese Rennen nur noch gut zwei Monate entfernt sind, rückt die Frage nach den Plänen der Formel 1 nach dem WRC-Schritt unweigerlich in den Mittelpunkt.

FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem erklärte, der Verband habe „jeden denkbaren Weg“ geprüft, um die Rallye Saudi-Arabien zu ermöglichen. Letztlich hätten die anhaltenden regionalen Entwicklungen jedoch verhindert, dass der WRC-Lauf in diesem Jahr stattfinden kann. Gleichzeitig unterstrich er, dass das Vertrauen in die Organisatoren und die langfristige Zukunft der Rallye ungebrochen sei.
Vorerst keine F1-Entscheidung
Bislang gibt es keine angekündigten Änderungen für die Grands Prix in Katar oder Abu Dhabi. Die WRC-Entscheidung liefert zwar einen klaren Präzedenzfall dafür, wie die FIA reagiert, wenn regionale Unsicherheiten die Logistik beeinträchtigen – sie bedeutet für das Saisonfinale der Formel 1 jedoch noch keine Vorentscheidung.
Die Kernfrage lautet daher nicht, ob bereits etwas beschlossen wurde, sondern wie lange die Formel 1 noch abwartet, bevor sie ein eigenes Urteil fällt. Da der Kalender bisher unverändert ist, bleiben Katar und Abu Dhabi die geplanten Austragungsorte des Saisonfinales. Auch die Berichterstattung zum F2-Kalender 2026 verdeutlicht, wie fest die abschließenden Rennen im Nahen Osten aktuell in den Rahmenplan der Formelserien integriert sind.
