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Ferrari will beim Großen Preis der Niederlande in Zandvoort ein neues Unterboden-Upgrade für den SF-26 einsetzen. Zuvor hatte das Team beim Vergleich der Daten vom Red-Bull-Ring und aus Silverstone wichtige Probleme entdeckt.
Das Formel-1-Fahrerlager kehrt in der kommenden Woche nach der Sommerpause zurück. In Zandvoort steht dabei voraussichtlich der letzte Große Preis der Niederlande auf absehbare Zeit an. Die Strecke ist seit 2021 wieder Teil des Kalenders, doch der Vertrag mit der Formel 1 endet nach dem Fallen der Zielflagge.
Für Ferrari besitzt der Neustart unmittelbare Bedeutung im Titelkampf. Lewis Hamilton liegt in der Fahrerwertung 50 Punkte hinter seinem Mercedes-Rivalen Andrea Kimi Antonelli. Charles Leclerc fehlen 81 Punkte auf den 19-jährigen Italiener, der nach elf Saisonläufen 219 Zähler gesammelt hat.
Laut der Gazzetta dello Sport beschleunigte Ferrari die Freigabe und Produktion des überarbeiteten Unterbodens, damit das Bauteil beim Großen Preis der Niederlande bereitsteht. Es soll sich um eine direkte Weiterentwicklung des Unterbodens handeln, den die Scuderia beim Großen Preis von Barcelona-Katalonien im siebten Saisonlauf eingeführt hatte.
Ferraris Ziel ist es, den vom Unterboden des SF-26 erzeugten Abtrieb zu erhöhen. Das Team geht offenbar davon aus, dass der Datenvergleich zwischen Österreich und Großbritannien kritische Schwachstellen aufgedeckt hat. Diese müssen beseitigt werden, um einen weiteren Leistungseinbruch am Red-Bull-Ring zu verhindern.
Ursprünglich hatte Ferrari vor dem Österreich-Grand-Prix keinen weiteren Unterboden entwickeln wollen. Nach dem Vergleich der Daten vom Red-Bull-Ring mit den in der darauffolgenden Woche in Silverstone gesammelten Werten gab das Team das Projekt jedoch kurzfristig frei. Die unterschiedlichen Eigenschaften der beiden Rennstrecken halfen Ferrari dabei, besser zu verstehen, an welchen Stellen sich der SF-26 verbessern lässt.
Ferrari musste die Fertigung der Teile noch vor der Sommerpause beginnen. Die Gestione Sportiva war vom 3. bis zum 16. August geschlossen, um die von der Formel 1 vorgeschriebene zweiwöchige Unterbrechung einzuhalten. Am kommenden Montag soll der Betrieb wieder aufgenommen werden.
Hamilton und Leclerc sollen beim 13. Saisonlauf in Monza außerdem Ferraris Motor-Upgrade erhalten. Die Verbesserung soll pro Runde rund 0,2 Sekunden und 15 PS bringen. Damit wird der neue Unterboden in Zandvoort zu einem wichtigen früheren Test für Ferraris Plan, den Rückstand aufzuholen. Weitere Einzelheiten zur Entwicklung der Antriebseinheit bietet der Bericht über Ferraris Motor-Upgrade für Monza. Auch Ferraris weitere technische Schritte im Duell mit Mercedes wurden bereits bestätigt: Vasseur bestätigt Ferrari-Upgrades für die Aufholjagd auf Mercedes.
Welche Wirkung der neue Unterboden tatsächlich entfalten wird, ist offen. Ferraris Stärken sollten eigentlich gut zu Zandvoort passen. Ähnliche Zuversicht gab es jedoch bereits vor dem Großen Preis von Ungarn: Dort fiel Leclerc vom zweiten Startplatz auf Rang vier zurück und kam 23,840 Sekunden hinter Lando Norris ins Ziel.
Auch Österreich war ein Warnsignal. Leclerc qualifizierte sich als Zweiter, Hamilton als Dritter. Im Rennen wurde Leclerc jedoch nur Achter und lag 45,659 Sekunden hinter dem Sieger, während Hamilton den fünften Platz belegte. Silverstone lieferte anschließend den Gegenbeweis: Hamilton holte sich die Poleposition im Sprint, Leclerc gewann den Großen Preis von Großbritannien. In Zandvoort wird sich zeigen, ob Ferraris beschleunigte Entwicklung dem SF-26 zu mehr Konstanz verhelfen kann.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.