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Ferrari bereitet für den Großen Preis von Italien 2026 in Monza das zweite Motor-Upgrade im Rahmen des FIA-Systems für zusätzliche Entwicklungs- und Upgrade-Möglichkeiten (ADUO) vor. Die Scuderia erwartet sich davon einen deutlichen Leistungssprung auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke.
Die FIA gewährte Ferrari zwei Möglichkeiten, die erste nach dem Formel-1-Reglement 2026 entwickelte Antriebseinheit weiterzuentwickeln, nachdem der Verbrennungsmotor (ICE) des Teams intern als mindestens vier Prozent schwächer als das Aggregat von Red Bull eingestuft worden war. Auch der ICE von Mercedes soll mindestens zwei Prozent hinter dem Referenzwert von Red Bull gelegen haben.
Das ADUO-System gilt zwar nur für den Verbrennungsmotor, erlaubt den Teams jedoch, ihre komplette Antriebseinheit zu überarbeiten. Ferrari nutzte die erste Möglichkeit im Juni in Österreich. Enrico Gualtieri, technischer Direktor für die Antriebseinheit, bezeichnete das Paket allerdings als „begrenztes“ Upgrade, das dem Team vor allem eine bessere Grundlage verschaffen sollte. Die Monza-Spezifikation galt von Anfang an als der deutlich größere Eingriff.
Das Upgrade folgt auf Ferraris Erkenntnis, dass die Konkurrenz den Vorteil beim Rennstart neutralisiert hat, den der Rennstall durch den Einsatz eines kleineren Turboladers besaß. Ferrari wird weiterhin einen kleineren Turbolader als einige Konkurrenten verwenden, doch die überarbeitete Einheit erhält ein größeres Verdichterrad.
Laut SPEEDWEEK könnten die Änderungen bis zu 15 zusätzliche PS bringen, während Ferrari versucht, den Leistungsrückstand auf Mercedes zu verringern. Simulationen der Scuderia sollen zeigen, dass der Zugewinn in Monza etwa 0,2 Sekunden pro Runde wert sein könnte.
Weitere Hintergründe zu Ferraris Aufholplan liefert der Beitrag Ferrari setzt in Monza auf Motor-Upgrade für neue Titelhoffnung. Auch das geplante Unterboden-Update dürfte für die weitere Entwicklung des SF-26 eine Rolle spielen: Ferrari bringt eiliges SF-26-Unterboden-Upgrade nach Zandvoort.
Der Zeitpunkt verleiht dem Großen Preis von Italien für Lewis Hamilton und Charles Leclerc besondere Bedeutung. Nach elf Saisonläufen führt Mercedes-Pilot Andrea Kimi Antonelli mit 50 Punkten Vorsprung auf Hamilton. Leclerc liegt auf Rang vier und hat 81 Punkte Rückstand auf die Tabellenführung. Ferraris Titelambitionen hängen daher maßgeblich davon ab, ob die neue Antriebseinheit die vermuteten Schwächen bei Energieeffizienz und Beschleunigung beheben kann.
Ferraris Entwicklungsplan endet nicht in Monza. Weitere aerodynamische Upgrades für den SF-26 werden nach der Sommerpause beim Großen Preis der Niederlande erwartet. Zudem soll Ferrari für den Großen Preis der USA, den 18. Lauf der geplanten Saison mit 23 Rennen, ein letztes großes Upgrade-Paket anvisieren.
Ferraris Vorstoß könnte sich außerdem mit der Motorenstrategie von Mercedes überschneiden. Mercedes erwägt, Antonellis einziges ADUO-Upgrade in Monza einzusetzen, wo er voraussichtlich eine Startplatzstrafe erhalten wird. Der Große Preis von Italien könnte damit zu einem direkten Test dafür werden, wie schnell Ferrari sein Entwicklungspotenzial in konkreten Druck auf die Meisterschaft ummünzen kann.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.