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Mitch Evans verlässt Jaguar TCS Racing nach einem Jahrzehnt und schließt sich für die Saison 2026/27 dem Formel-E-Neueinsteiger Opel GSE an. Dieser Wechsel gehört zu den richtungsweisenden Fahrerentscheidungen im Vorfeld der neuen GEN4-Ära der Meisterschaft.
Evans galt während seiner Zeit in der ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft als das Gesicht von Jaguar. Bis zum Ende der Saison 2025/26 erzielte der Neuseeländer 16 Siege, 38 Podestplätze und 10 Pole-Positions – und hält damit die meisten Rennsiege aller Fahrer in der Geschichte der rein elektrischen Rennserie.
Er bescherte Jaguar mit Platz drei beim Hongkong E-Prix 2017 das erste Formel-E-Podium überhaupt, bevor er in der darauffolgenden Saison in Rom seinen eigenen sowie den ersten Triumph der Marke feierte. Zu seiner Bilanz gehören zudem zwei Vizemeisterschaften in der Fahrerwertung (in den Saisons 9 und 11) sowie dritte Plätze in den Saisons 8 und 12.

Die jüngste Titelchance endete in London. Evans ging als einer von neun Piloten ins Saisonfinale, die rechnerisch noch Titelchancen besaßen. Ein schwieriges erstes Rennen warf ihn jedoch um 21 Punkte hinter Pascal Wehrlein zurück. Im letzten Rennen der GEN3-Ära war praktisch ein Sieg erforderlich, doch Evans belegte Rang vier und schloss die Saison mit 160 Punkten auf dem dritten Gesamtrang ab. Gemeinsam mit António Félix da Costa sicherte er Jaguar mit insgesamt 288 Punkten immerhin die zweite Team-Weltmeisterschaft.
Der Schritt ist weit mehr als nur ein neuer Vertrag. Evans betont, dass das bevorstehende GEN4-Reglement ein entscheidender Grund dafür war, sich nach zehn Jahren neu zu orientieren – einer Dekade, in der die Meisterschaft seinen Ansatz für den Motorsport und moderne Technologien grundlegend geprägt hat.
„Ich bin heute sowohl als Fahrer als auch als Mensch besser als noch vor zehn Jahren, und das ist das Wichtigste. Zudem habe ich immer noch großen Hunger nach weiteren Erfolgen“, erklärte er mit Blick auf seine Zeit bei Jaguar.
Nach Besuchen im Opel-Entwicklungszentrum in Satory und Gesprächen mit Jörg Schrott sowie den Verantwortlichen der Organisation zeigte sich Evans von der Vision und den Ressourcen der Marke überzeugt. Obwohl Opel als völlig neues Team in der Formel E debütiert, traut Evans dem Projekt zu, auf Anhieb ein Ausrufezeichen zu setzen.

Die Saison 2026/27 wird im Rahmen eines neuen GEN4-Rennkalenders mit 21 Läufen ausgetragen, wie im vollständigen Kalender für 2026/27 festgelegt.
Evans wird an der Seite von Théo Pourchaire an den Start gehen, dem FIA-Formel-2-Champion von 2023. Er geht davon aus, dass der Rookie – der im Nachwuchsbereich unter anderem mit 16 Jahren der jüngste F3-Sieger aller Zeiten wurde – frischen Wind mitbringt und sich schnell behaupten wird.
Evans steckt sich keine unrealistischen Ziele, will mit Opel GSE aber bereits in der Premierensaison um Podestplätze und möglicherweise Siege kämpfen. Erste Testfahrten lieferten vielversprechende Ansätze, auch wenn er weiß, dass der Entwicklungs-Wettlauf extrem hart werden dürfte.
„Ich befinde mich in einer Phase meiner Karriere, in der ich an das Siegen gewöhnt bin – und das soll auch so bleiben“, stellte Evans klar.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.