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Nach einer fast zweimonatigen Sommerpause meldet sich die Langstrecken-Weltmeisterschaft an diesem Wochenende mit dem Lone Star Le Mans zurück – dem Auftakt in die zweite Saisonhälfte. Da in etwas mehr als zwei Monaten gleich vier Rennen auf dem Programm stehen, biegt die Meisterschaft nun in eine Phase ein, in der jeder Fehler doppelt schwer wiegt. Ein vollständiger Leitfaden zum Rennwochenende steht in unserer Lone Star Le Mans Vorschau bereit.
Porsche galt auf dem Circuit of The Americas traditionell als Maßstab, doch der Rückzug aus der Hypercar-Klasse hat den Kampf um den Sieg in Texas völlig neu eröffnet. Hier sind fünf zentrale Brennpunkte für das Wochenende.

Toyota und BMW reisen punktgleich an der Spitze der Fahrerwertung an; ihre jeweiligen Spitzencrews liegen zur Saisonhalbzeit exakt gleichauf. Beide Hersteller brachten über den Winter umfangreiche Prototypen-Updates an den Start und machten alle bisherigen vier Saisonrennen unter sich aus.
Ihre jeweilige Stärke in Austin wird maßgeblich von der Balance of Performance (BoP) abhängen, die mittlerweile nicht mehr öffentlich kommuniziert wird. Toyota brennt darauf zu beweisen, dass die Nullnummer von São Paulo nach den Triumphen in Imola und Le Mans nur ein Ausrutscher war. Zudem wartet der japanische Hersteller bei acht WEC-Gastspielen in Austin – verteilt über die LMP1- und Hypercar-Ära – immer noch auf seinen allerersten Sieg.
BMW erlebt derweil seine bisher stärkste Phase in der WEC. Ein Sieg, ein zweiter Platz und ein weiterer Triumph in den vergangenen drei Läufen machen die Münchner zum formstärksten Hypercar-Hersteller vor der Reise nach Texas.

Ferrari konnte in der Hypercar-Klasse in dieser Saison noch kein einziges Rennen gewinnen – ein deutlicher Kontrast zum Vorjahr, als man in der ersten Saisonhälfte vier Siege in Serie feierte. Austin bietet die perfekte Gelegenheit für die Wende: Als die WEC 2024 auf den COTA zurückkehrte, sicherte sich Ferrari die komplette erste Startreihe und fuhr im Rennen auf die Ränge eins und drei. Auch im vergangenen Jahr dominierte der 499P das Qualifying, ehe im Rennen der zweite Platz heraussprang.
Ein starkes Resultat würde vor allem der Crew der Startnummer 51 um Alessandro Pier Guidi, James Calado und Antonio Giovinazzi neues Leben einhauchen, die aktuell 18 Punkte hinter der Tabellenspitze liegt. Allerdings bleiben Ferrari weniger Gelegenheiten zur Aufholjagd, da die punkteträchtigen Langstreckenrennen in Katar und Bahrain durch reguläre Sechs-Stunden-Rennen in Barcelona und Monza ersetzt wurden.

Cadillac wartet seit dem Hypercar-Einstieg im Jahr 2023 weiterhin auf ein erstes Podium auf heimischem Boden in Sebring oder Austin. Das Werksteam von Jota stellte seinen starken Speed jedoch zuletzt in São Paulo unter Beweis, als man die komplette erste Startreihe besetzte, auch wenn am Ende die Plätze drei und vier zu Buche standen. Die Verpflichtung von Ricky Taylor als Ersatz für den verletzten Alex Lynn könnte für zusätzlichen Schwung sorgen.
Auch Logan Sargeant kehrt nach Austin zurück – an jenen Ort, an dem er einst seine ersten und einzigen Formel-1-Punkte holte. Inzwischen pilotiert er für Proton einen Ford in der LMGT3-Klasse und reist gestärkt durch einen starken fünften Platz in Brasilien an, den er gemeinsam mit Stefano Gattuso und Giammarco Levorato erzielte.

Corvette führt nach einer bärenstarken Saison von TF Sport mit der Z06 GT3.R – gekrönt durch den Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans – die LMGT3-Wertung an. Durch den Erfolgsballast dürfte ein weiterer Sieg zur echten Geduldsprobe werden, doch wichtige Meisterschaftspunkte sind im Duell mit dem konstant starken Manthey-Porsche-Team essenziell. Der gebürtige Texaner Ben Keating nimmt derweil erneut Anlauf auf seinen ersten WEC-Heimsieg.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.