FIA bestÀtigt: Boxengassen-Tempolimit bleibt beim Australien-GP bei 80 km/h

Die Verwirrung rund um den Formel-1-Auftakt in Melbourne ist endlich ausgerĂ€umt: Die FIA hat bestĂ€tigt, dass das Tempolimit in der Boxengasse an diesem Wochenende beim Saisonstart in Australien bei 80 km/h bleibt. Damit herrscht Klarheit, nachdem zuvor Berichte kursiert waren, der Weltverband wolle die Grenze auf 60 km/h senken, um den zusĂ€tzlichen Infrastrukturbedarf durch Cadillacs Einstieg als elftes Team zu berĂŒcksichtigen.
Die Unsicherheit entstand, weil das Starterfeld erstmals seit einem Jahrzehnt wĂ€chst â und das bringt am Albert Park logistische Herausforderungen mit sich. Die Strecke gilt als eine mit einem der kleinsten Boxenkomplexe im gesamten Formel-1-Kalender. Tom Mottram, Chief Events Officer des Australien-GP, hatte zuvor erklĂ€rt, man arbeite daran, Cadillacs zusĂ€tzliche Anforderungen an Garage, Fracht und Hospitality unterzubringen, und eingerĂ€umt, dass âunser BoxengebĂ€ude und die Boxengasse wahrscheinlich zu den kleineren im Kalender gehörenâ.
Diese Platzprobleme hatten zunĂ€chst Spekulationen ĂŒber eine vorĂŒbergehende Reduzierung auf 60 km/h befeuert â ein Limit, das zuletzt galt, bevor Umbauten an der Boxengasse 2022 eine Erhöhung ermöglichten. Entscheidend: Eine solche Ănderung hĂ€tte fĂŒr alle Teams spĂŒrbare strategische Auswirkungen gehabt, weil Boxenstopps lĂ€nger dauern und Rennstrategien entsprechend angepasst werden mĂŒssten. Angesichts der sportlichen Konsequenzen baten mehrere F1-Teams am Mittwoch direkt bei der Rennleitung um eine eindeutige Auskunft.
Doch in einer offiziellen Mitteilung an die Teams stellte die FIA unmissverstĂ€ndlich klar, dass es keine Absenkung geben wird â es bleibt beim Standardwert von 80 km/h. Die Entscheidung des Weltverbands bewahrt das erwartete sportliche Gleichgewicht unter den technischen Regeln 2026 und trĂ€gt Melbournes rĂ€umlichen EinschrĂ€nkungen stattdessen ĂŒber alternative InfrastrukturmaĂnahmen Rechnung.
Auch wenn es in diesem Jahr ein logistischer Kompromiss ist, wirkt Melbournes langfristige Zukunft gesichert. Der Austragungsort hat bereits ErweiterungsplĂ€ne angestoĂen: Neue Garagen und temporĂ€re Paddock-Einrichtungen sind fĂŒr 2027 vorgesehen, eine umfassende Neugestaltung soll bis 2028 abgeschlossen sein.
Die Klarstellung zum Tempolimit ist nur eine von mehreren Anpassungen fĂŒr den Saisonauftakt. Die FIA lockerte zudem die Sperrstunden-Regeln (Curfew) vor dem Rennen wegen anhaltender Fracht- und Reiseprobleme, die die Streckenvorbereitung beeintrĂ€chtigen. AuĂerdem fĂŒhrt die Saison 2026 in Melbourne âStraight Modeâ-Zonen ein: In fĂŒnf festgelegten Bereichen können Fahrer ihre Front- und HeckflĂŒgel unabhĂ€ngig vom Abstand zu Konkurrenten verstellen â eine Zone mehr als in der bisherigen DRS-Konfiguration.
WĂ€hrend das Fahrerlager in Melbourne zum ersten Rennen unter den neuen Regeln eintrifft, geht Lando Norris als Titelverteidiger an den Start â und alle 11 Teams treten unter identischen Sicherheitsvorgaben in der Boxengasse an.
