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Die Formel E führt für ihre Gen4-Ära eine klare Struktur aus Sprint- und Hauptrennen ein. Das neue Format mit dem Namen „E-Prix Unleashed“ wurde entwickelt, um die herausragende Performance der Fahrzeuge der nächsten Generation an Wochenenden mit zwei Rennen (Double-Header) optimal zur Geltung zu bringen.
Im Rahmen der Sitzung des FIA World Motor Sport Council wurden acht Double-Header für den Kalender 2026/27 bestätigt. Das bedeutet, dass acht „Unleashed“-Rennen in Jeddah, Monaco, Berlin, Zandvoort, Brands Hatch, Jarama, Shanghai und Tokio ausgetragen werden.
Diese kürzeren Rennen werden als performanceorientierte Sprints beschrieben und nutzen eine Karosserie mit höherem Abtrieb, um das Tempo der Gen4-Autos zu unterstreichen. Es wird erwartet, dass das neue Paket im Durchschnitt etwa 7-8 Sekunden pro Runde schneller sein wird als die aktuelle Gen3-Evo-Technik.
Im Gegensatz dazu behalten die Einzelveranstaltungen in Mexiko, Austin, Miami, São Paulo und Sanya sowie die Nicht-Sprint-Rennen innerhalb der Double-Header das traditionelle Formel-E-Rennprofil von etwa 45 Minuten bei. Diese Veranstaltungen werden weiterhin einen stärkeren Fokus auf Energiemanagement und -rückgewinnung legen – ein Thema, das durch kürzlich chaotische Rennen wie das Drama beim Sanya E-Prix mit Oliver Rowland unterstrichen wurde.
Der Attack Mode bleibt erhalten, ebenso wie die PitBoost-Stopps während des Rennens, wobei PitBoost nur bei Double-Header-Events zum Einsatz kommen wird.

Die FIA und die Formel E haben das sportliche Format in den letzten Monaten nach Rücksprache mit den Teams entwickelt. Pablo Martino, Sportchef der FIA Formel E, erklärte, dass die Möglichkeiten der Gen4-Ära bei dieser Neugestaltung im Mittelpunkt standen.
„Wir haben ein Meisterschaftsformat vorbereitet, von dem wir glauben, dass es in erster Linie alle Fähigkeiten des neuen Autos zur Geltung bringen wird“, sagte Martino.
Er erklärte, dass Double-Header nun zwei unterschiedliche Renndistanzen bieten werden. Eines bleibt ein konventioneller E-Prix mit einem ähnlichen Ansatz wie bei den aktuellen Rennen, bei dem die Fahrer etwa 25 % der Energie durch „Lift-and-Coast“ einsparen müssen, um die Batterie zu schonen, zu laden und die Energie effizient einzusetzen.
Das zweite Rennen wird der kürzere „E-Prix Unleashed“ sein, der voraussichtlich etwa 25-30 Minuten dauern wird und deutlich geringere Anforderungen an das Energiemanagement stellt. Martino betonte, das Ziel sei es, den Zuschauern an einem Double-Header-Wochenende zwei deutlich unterschiedliche Rennen zu bieten.
Das Punktesystem für das Hauptrennen bleibt in beiden Formaten unverändert, aber die Punkte für das Qualifying werden nun auf die Top-Acht ausgeweitet: vier für den Ersten, drei für den Zweiten, jeweils zwei für den Dritten und Vierten sowie einen Punkt für die Plätze fünf bis acht.
Die Reaktionen von Teams und Fahrern sind vorsichtig unterstützend. Andretti-Teamchef Roger Griffiths sagte, die Formel E wolle schon lange die ultimative Performance des Autos zeigen, merkte jedoch an, dass die technischen Details noch finalisiert werden müssten. Jaguar-Chef Ian James bezeichnete die Richtung als ausgewogen, während Porsche-Pilot Nico Müller das Konzept als „ziemlich vielversprechend“ einstufte und argumentierte, dass die rohe Performance der Gen4-Autos bereits für Spektakel sorgen sollte, ohne sich allein auf ständige Rad-an-Rad-Duelle verlassen zu müssen.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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