Formel E droht 2027 massive Terminkollision mit der F1

Die Formel E steht im kommenden Jahr vor erheblichen logistischen Problemen, nachdem der offizielle Rennkalender der Formel 1 für 2027 veröffentlicht wurde.
Nachdem die Formel 1 ihren Kalender für 2027 mit 24 kräftezehrenden Grands Prix in 22 Ländern von März bis Dezember vorgestellt hat, sind Terminüberschneidungen zwischen den Rennserien unausweichlich geworden. Die 13. Saison der Formel E – mit der die neue Gen4-Reglement-Ära eingeläutet wird – soll am 18. Dezember 2026 beginnen, nur zwei Wochen nach dem Finale der Formel 1. Mit 21 Rennen in 11 Ländern an 13 Rennwochenenden (darunter acht Double-Header) wartet die bislang längste Saison der Elektro-Rennserie auf. Allerdings kommt es an gleich sechs Wochenenden zu direkten Terminkollisionen. Das bedeutet, dass 10 der 21 Formel-E-Rennen am selben Tag wie ein Grand Prix ausgetragen werden.

Zeitzonen und logistische Hürden
Obwohl Termindopplungen im Motorsport nicht ungewöhnlich sind, sorgen mehrere dieser Überschneidungen für besondere betriebliche Herausforderungen. Die erste Kollision des Jahres betrifft Mitte März das sechste Saisonrennen der Formel E in São Paulo und den F1-Saisonauftakt in Bahrain. Durch die Zeitverschiebung von sechs Stunden halten sich die Konflikte bei den TV-Übertragungen hierbei jedoch noch in Grenzen.
Ähnlich verhält es sich mit dem Double-Header der Formel E in Monaco, der auf dasselbe Wochenende wie der Große Preis von Miami fällt, sowie den Saisonabschluss-Events in Shanghai und Tokio, die parallel zu den Grands Prix von Österreich und Belgien stattfinden. Im Fall von Tokio enden die geplanten Nachtrennen voraussichtlich rund zwei Stunden vor dem Rennstart in Spa-Francorchamps.

Weitaus problematischer sind andere Überschneidungen: Der Formel-E-Lauf im niederländischen Zandvoort kollidiert direkt mit der Formel-1-Rückkehr nach Portimão. Am Freitag und Samstag überschneidet sich die Strecken-Action beider Serien, weshalb die Formel E ihr Hauptrennen einen Tag früher austrägt, um die Weiterreise nach Madrid zu ermöglichen.
Die heikelste Situation entsteht jedoch beim Sanya E-Prix, der genau am selben Wochenende wie der Formel-1-Grand-Prix von China in Shanghai über die Bühne geht. Damit gastieren beide Weltmeisterschaften zeitgleich im selben Land. Dies führt zu enormen finanziellen und logistischen Belastungen für Teammitglieder, Rennställe und Medienvertreter, die auf dieselben Reise- und Verkehrsknotenpunkte angewiesen sind.
Formel E gibt sich gelassen
Trotz dieser operativen Hürden zeigt sich die Führungsetage der Elektroserie zuversichtlich, die Reibungspunkte im Kalender erfolgreich zu meistern.
Formel-E-Mitbegründer und Chief Championship Officer Alberto Longo erklärte dazu:
„Die Ausarbeitung eines globalen Motorsportkalenders bringt stets einzigartige logistische Herausforderungen mit sich – insbesondere, weil der Großteil der Rennen sowohl der Formel E als auch der Formel 1 in denselben Sechs-Monats-Zeitraum gedrängt ist. Zwar lassen sich Terminkollisionen nicht immer vermeiden, doch unsere Erfahrung zeigt: Solange die Events in unterschiedlichen Zeitzonen stattfinden oder zeitlich versetzt ausgetragen werden, funktioniert das für Fans und übertragende Sender gleichermaßen reibungslos.“

Auf die direkte Überschneidung in China angesprochen, betonte Longo, dass das Event die volle Genehmigung des chinesischen Automobil- und Motorradsportverbandes (CAMF), der FIA sowie des Motorsport-Weltrats (WMSC) erhalten habe:
„Dass zwei bedeutende Motorsport-Weltmeisterschaften am selben Wochenende im selben Land stattfinden, verdoppelt für die Fans die Chance, hochklassigen Rennsport zu erleben. Wir freuen uns darauf, unseren Zuschauern in China ein fantastisches Rennwochenende zu bieten.“
