So triumphierte Verstappen beim 100-Fahrer-Kartrennen

Frisch gestärkt durch seinen Podestplatz beim Großen Preis von Spanien stellte sich Max Verstappen am Mittwochabend in Silverstone einer außergewöhnlichen Herausforderung: dem von Red Bull groß inszenierten Kart-Spektakel „Max vs 100“.
Von Red Bull als „größtes Go-Kart-Rennen der Welt“ angekündigt, war das Konzept gleichermaßen simpel wie anspruchsvoll: Der viermalige Formel-1-Weltmeister startete von Startplatz 101 mit der Aufgabe, innerhalb von 30 Runden oder einem Zeitlimit von 75 Minuten an 100 Konkurrenten vorbeizuziehen – darunter Profisportler, Content Creator und weitere geladene Gäste. Dem live auf Disney+ übertragenen Event waren Trainingssessions unter der Leitung von Racing-Bulls-Pilot Arvid Lindblad vorausgegangen. Gefahren wurde auf einem maßgeschneiderten, 2,5 Kilometer langen Kurs, der die Kartbahn von Silverstone mit Abschnitten der legendären Grand-Prix-Strecke verband.

Eine atemberaubende Aufholjagd in Runde eins
Vom allerletzten Startplatz aus war sich Verstappen der enormen Aufgabe vollkommen bewusst. „Das ist ein verdammt weiter Weg! Ein wirklich sehr weiter Weg!“, scherzte er noch vor dem Start um 18:00 Uhr.
Doch jegliche Zweifel verflogen im Augenblick des Starts. Nachdem Max Verstappen das chaotische Kart-Event in Silverstone in Angriff genommen hatte, blitzten seine aggressive Rennübersicht und sein Instinkt sofort auf. Verstappen umging das unvermeidliche Nadelöhr in Kurve 1 geschickt, wich über das Gras trudelnden Karts aus und machte allein in der ersten Runde sagenhafte 64 Plätze gut. Als ihn die Zeitenmonitore vor einer frühen Full-Course-Yellow-Phase auf Rang 37 führten, funkte er trocken an die Box: „Keine so schlechte erste Runde, oder?!“

In der Folge pflügte Verstappen systematisch durch das restliche Feld: In Runde 4 lag er bereits auf Rang 25, in Runde 6 auf Platz zehn und in Runde 7 schon auf Position fünf. Im 14. Umlauf – nach nur 35 Rennminuten – kassierte er schließlich die letzten drei verbliebenen Widersacher: Polesetter Jacky Martens, YouTuber Zac Alsop sowie Lewis Osler, Techniker bei Red Bull Ford Powertrains.
„That was simply lovely“, kommentierte Verstappen am Funk im gewohnten O-Ton. „Das ist mein erster Sieg in diesem Jahr, den nehme ich gerne mit!“
Rennübersicht und Präzision als Schlüssel zum Triumph
Verstappen brannte mit 2:20.673 Minuten zudem die schnellste Rennrunde in den Asphalt und distanzierte den zweitplatzierten Martens um stolze 2,6 Sekunden. Mit Blick auf seine ursprüngliche Marschroute verriet Verstappen: „Vor dem Rennen meinte ich noch: ‚Lass uns mutig sein und sagen, dass ich in Runde eins 40 Leute überhole‘... Wenn die Ampeln ausgehen, sieht man einfach instinktiv, wo die Lücken sind. Und man muss natürlich auch den Leuten um einen herum etwas vertrauen.“

Streckendesigner und Rennleiter David Terrien zeigte sich tief beeindruckt vom Antizipationsvermögen des Niederländers im dichten Getümmel: „Er sieht Dinge, die wir nicht sehen. Er erkennt eine Lücke, die sich erst noch öffnen wird, bevor sie überhaupt da ist. Das ist pure Rennintelligenz.“
Auf die Frage, ob das Format künftig wiederholt werden könnte, zeigte sich Verstappen sofort begeistert: „Genau das habe ich auch vorgeschlagen! Ich meinte: ‚Vielleicht nächstes Mal gegen 200‘ – und dann schauen wir mal weiter.“
