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Madrid wurde zum 40. Austragungsort eines Rennens der FIA Formel-E-Weltmeisterschaft, und der erste CUPRA Raval Madrid E-Prix 2026 bot ein Wochenende voller Geschichten. Von Meilensteinen für Citroën Racing über einen souveränen Jaguar-Doppelsieg bis hin zu einem viel beachteten Heimauftritt von CUPRA KIRO – Jaramas Rückkehr in den internationalen Elektro-Motorsport setzte sofort ein Ausrufezeichen.
Hier sind die fünf prägenden Themen eines denkwürdigen Wochenendes in der spanischen Hauptstadt.
Der Circuito del Jarama sprang in Saison 11 kurzfristig ein, um nach den verheerenden Überschwemmungen in Valencia die Vorsaisontests auszurichten. Achtzehn Monate später kehrte die Strecke in deutlich größerer Rolle zurück – mit ihrem ersten Meisterschaftsrennen in Madrid.

Mit tief verwurzelter Motorsportgeschichte – darunter Formel-1-Rennen von den späten 1960er- bis in die frühen 1980er-Jahre – brachte Jarama Tradition und Charakter in den Formel-E-Kalender. Die 3,934 Kilometer lange Strecke, eine der längsten der Saison, stellte eine unerbittliche Herausforderung dar. Enge Abstände und kaum Auslaufzonen sorgten dafür, dass selbst kleinste Fehler gravierende Folgen hatten – besonders im Qualifying, in dem mehrere Fahrer im Kiesbett landeten.
Auch die Atmosphäre wurde dem Anlass gerecht. Ausverkaufte Tribünen und begeisterte Fans wollten Lokalmatador Pepe Martí sehen und die Rückkehr der Formel E nach fünf Jahren Pause in Spanien feiern. Das Fazit aus Fahrerlager und Publikum war eindeutig: Jarama gehört auf diese Bühne.

Nick Cassidys Einstand bei Citroën Racing ist bislang mehr als gelungen. Nach seinem Sieg im erst zweiten Rennen des Teams in Mexiko-Stadt und einem Podium in São Paulo setzte er in Madrid mit der Julius Bär Pole Position den nächsten Meilenstein.
Auf dem Weg durch die Duelle bezwang Cassidy im Finale Nyck de Vries und sicherte sich Startplatz eins. Doch die Pole brachte am Renntag nicht den erhofften Ertrag. Trotz starker Pace fiel Cassidy bis zur Zielflagge auf Rang 17 zurück.
„Es war ein Auf und Ab für mich, aber das ist Formel E“, resümierte Cassidy. *„Im Qualifying haben wir einen tollen Job gemacht, und das Team hat mir ein sehr starkes Auto hingestellt, was ermutigend war. Auch im Rennen war die Pace da, aber bei der Gesamteffizienz hatten wir leichte Probleme, was es im Rennverlauf schwieriger machte.
„Ich denke, wir hatten auch etwas Pech mit der Strategie, vor allem bei diesem engen Feld und dem sensiblen Energiemanagement heute. Wir haben mit unseren Möglichkeiten nahezu alles herausgeholt, aber in so einem Rennen können kleine Faktoren einen großen Unterschied machen.“
In einem Rennen, das von minimalen Abständen und präzisem Energiemanagement geprägt war, zeigte Cassidys Tag eindrucksvoll, wie schnell sich das Blatt wenden kann.

Antonio Félix da Costa wurde zum ersten Doppelsieger der Saison und feierte den Triumph vor einer starken portugiesischen Fangemeinde. Der Champion aus Saison 6 führte seinen Teamkollegen Mitch Evans zu einem eindrucksvollen Ergebnis für Jaguar TCS Racing.
Es war das dritte Mal, dass das britische Team in der Formel E einen Doppelsieg einfuhr. Besonders bemerkenswert war Evans’ Aufholjagd: Von Startplatz 16 arbeitete er sich dank einer Strategie mit mehr verfügbarer Energie in der Schlussphase bis auf Rang zwei nach vorne.
Kurzzeitig kam Spannung auf, als beide Jaguar dicht beieinander fuhren, doch Teamorder verhinderten unnötige Risiken in der letzten Runde. Das Ergebnis blieb bestehen – mit spürbaren Auswirkungen.
Dank der starken Punkteausbeute rückte Jaguar in der Team-Weltmeisterschaft bis auf vier Zähler an Porsche heran und verschärfte damit den Titelkampf an der Spitze.

Für CUPRA KIRO hatte der Madrid E-Prix eine besondere Bedeutung. Mit dem Spanier Pepe Martí im Cockpit, Unterstützung durch CUPRA als Sponsor und Teamchef Idris Elba vor Ort waren die Erwartungen hoch.
Martí sorgte für einen der emotionalen Höhepunkte des Rennens. Mit aktiviertem ATTACK MODE zur entscheidenden Phase pflügte er durch das Feld und führte mehrere Runden lang – sehr zur Begeisterung der Fans auf den Tribünen. Der Jubel war unüberhörbar.
Am Ende belegte er bei seinem Heimrennen Rang neun und sammelte wertvolle Punkte. Teamkollege Dan Ticktum stand kurz vor dem Podium, verlor dieses jedoch dramatisch. Bei einem späten Angriff auf Evans in der letzten Schikane verschätzte er sich leicht und wurde auf den letzten Metern noch von Pascal Wehrlein überholt – Platz vier statt Rang drei.
Trotz des knapp verpassten Podiums markierte das Doppel-Punkteergebnis ein bedeutendes Wochenende für das Team.
In Jarama findet auch der jährliche Rookie-Test statt. Am Sonntag, den 22. März, gehen 20 Nachwuchstalente auf die Strecke, um Erfahrungen mit dem GEN3 Evo zu sammeln.

Der Rookie-Test gilt seit Jahren als Sprungbrett in die Formel E. Aktuelle Fahrer wie Taylor Barnard, Nick Cassidy, Max Günther und Nyck de Vries haben diesen Weg ebenfalls genommen.
Mit dem Ende des Debüt-Rennwochenendes in Madrid steht fest: Jarama war weit mehr als eine Notlösung. Die Strecke bot Geschichte, Spannung und weitreichende Auswirkungen auf die Meisterschaft – und könnte sich dauerhaft als feste Größe im Formel-E-Kalender etablieren.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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