Wird geladen

Der Große Preis von Monaco 2026 bot weit über die Zielflagge hinaus reichlich Drama. Sowohl Lewis Hamilton als auch Isack Hadjar mussten sich einer Reihe von Untersuchungen durch die Rennkommissare unterziehen, bevor ihre Podiumsplatzierungen offiziell bestätigt wurden.
Hamilton erhielt während des Rennens eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe, weil er das Tempolimit in der Boxengasse um lediglich 0,1 km/h überschritten hatte – er war einer von fünf Fahrern, die in der berüchtigt engen Boxengasse von Monaco erwischt wurden. Wie in unserer ausführlichen Analyse der Boxengassen-Strafen beim GP von Monaco dargelegt, war der Spielraum extrem gering, doch die Regeln waren eindeutig. Die Strafe wurde während des zweiten Boxenstopps des siebenfachen Weltmeisters verbüßt, der unter dem Safety-Car stattfand, welches zur Bergung von Lance Strolls havariertem Aston Martin in der letzten Kurve eingesetzt wurde.
Doch der Verstoß in der Boxengasse war nicht Hamiltons einzige Begegnung mit den Kommissaren. Der Ferrari-Pilot wurde zudem wegen eines mutmaßlichen Safety-Car-Verstoßes untersucht – konkret, weil er einen Abstand von mehr als 10 Wagenlängen zu Kimi Antonelli hatte, was einen Verstoß gegen Artikel B5.13.2 des FIA-Formel-1-Reglements darstellt. Hadjar, der später sein erstes Red-Bull-Podium in Monaco feiern sollte, wurde wegen desselben Vergehens untersucht.
In beiden Fällen entschieden sich die Kommissare gegen weitere Maßnahmen, wobei die Begründung in beiden Fällen verblüffend ähnlich ausfiel. Die Offiziellen merkten an, dass die Rennleitung beim Großen Preis von Kanada 2025 explizit ein gewisses Maß an Toleranz bei der 10-Wagenlängen-Regel eingeräumt hatte. Dies geschah aus Sicherheitsgründen – insbesondere, um den Fahrern die Möglichkeit zu geben, ihre Reifen und Antriebseinheiten hinter dem Safety-Car vorzubereiten.
Im Bericht der Kommissare zu Hamilton und Hadjar hieß es: „Die Kommissare überprüften die Daten des Positionierungs-/Marshalling-Systems, Videoaufnahmen, Zeitmessungen, Telemetrie, Teamfunk und Videobeweise aus dem Cockpit. Es wurde festgestellt, dass die Rennleitung bei einer früheren Veranstaltung (Kanada 2025) mitgeteilt hatte, dass sie aus Sicherheitsgründen ein gewisses Maß an Toleranz in Bezug auf solche mutmaßlichen Verstöße zulassen würde, da die Fahrer ihre Reifen und Antriebseinheiten vorbereiten mussten. Dementsprechend werden keine weiteren Maßnahmen ergriffen.“
Für Hadjar gab es eine weitere Komplikation, die völlig unabhängig vom Safety-Car-Thema war. Der Red-Bull-Rookie wurde zudem wegen eines mutmaßlichen Verstoßes unter roter Flagge untersucht. Dies geschah während einer Unterbrechung, die durch eine Streckeninspektion in der letzten Kurve verursacht wurde, wo sich ein Teil des neu verlegten Asphalts zu lösen begann.
Die Kommissare stellten fest, dass die Red-Bull-Mechaniker versucht hatten, die Zündkerzen und Zündspulen zu wechseln – eine Arbeit, die unter dem Reglement während einer roten Flagge nicht gestattet ist. Entscheidend war jedoch, dass die Arbeiten nie abgeschlossen wurden und Hadjars Auto das Rennen in demselben Zustand wieder aufnahm, in dem es sich befand, als die rote Flagge gezeigt wurde.
Der Bericht der Kommissare bestätigte: „Es wurde gemeldet, dass das Team versuchte, Zündkerzen/Spulen zu wechseln, dies jedoch nicht durchführte und das Auto in dem Zustand startete, in dem es in der Box ankam. Daher werden keine weiteren Maßnahmen ergriffen.“
Letztendlich konnten sowohl Hamilton als auch Hadjar ihre Podiumsplatzierungen in Monaco behalten – wenn auch nicht ohne eine ordentliche Portion regulatorischer Turbulenzen auf dem Weg dorthin.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
Kommentare (0)
Noch keine Kommentare
Seien Sie der Erste, der Ihre Gedanken teilt!
Beiträge werden geladen...