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Das Energiemanagement ist in Budapest zum zentralen Gesprächsthema geworden, nachdem Oscar Piastri die selbstlernenden Algorithmen der Formel-1-Antriebseinheiten für 2026 scharf kritisiert hat. Piastri bezeichnete es als „Mist“, dass Fahrer von Systemen überrascht werden können, die sich im Laufe der Zeit anpassen, wobei kleinste Unterschiede bei der Eingabe die Energieabgabe später in der Runde beeinflussen können.
Die Sorge geht über die reine Fahrtechnik hinaus. Änderungen der Windrichtung oder des Grip-Niveaus können ebenfalls beeinflussen, wie sich die Algorithmen verhalten, wodurch die Fahrer mit Konsequenzen konfrontiert werden, die sie nicht direkt kontrollieren können. Piastri und Lando Norris haben bereits dargelegt, wie sich das unvorhersehbare Energiemanagement auf das Qualifying in Spa auswirkte, wie sie in ihren früheren Kommentaren zu den 2026er-Antriebseinheiten erläuterten.

Max Verstappen teilt diese allgemeine Sorge, stellte jedoch klar, dass seine Bemerkung in Belgien, dass Leute außerhalb des Pressekonferenzraums ihn „erschießen“ könnten, ein Scherz war. Seine Kritik an den Regeln sei anfangs als bloßes Jammern abgetan worden. Nun glaubt er, dass immer mehr Leute die Probleme erkennen, die er bereits früher identifiziert hat.
„Es geht nicht darum, dass ich nicht mehr gewinne, sondern einfach darum, dass mir das Produkt am Herzen liegt“, sagte Verstappen.
Verstappens schärfste Kritik lautet, dass die schnellsten Fahrer ihre Geschwindigkeit in einer Kurve nicht mehr konsequent in Rundenzeit ummünzen können. Ein Fahrer mag in einer Kurve Zeit gewinnen, verliert diese aber auf der folgenden Geraden wieder, was Anpassungen bei der Gangwahl, der Bremstechnik und dem Gaspedaleinsatz erzwingt.
„Es neutralisiert im Grunde einen Großteil der Rundenzeit“, sagte Verstappen und argumentierte, dass dies die engen Kämpfe zwischen den Teams und Teamkollegen erkläre. Seiner Ansicht nach können Fahrer manchmal keinen Unterschied mehr machen, weil das Auto diese Leistung später in der Runde bestraft.

Dasselbe Problem prägt auch das Überholen. Verstappens Manöver gegen Lewis Hamilton in Österreich, das mit dem F1-Award für das „Überholmanöver des Monats“ ausgezeichnet wurde, führte zu einer aufschlussreichen Erklärung: „Ich habe meinen Boost-Knopf gedrückt und hatte plötzlich ein bisschen mehr PS als Lewis.“
Er sagte, Überholen könne nun einfach dadurch geschehen, dass ein Fahrer darauf wartet, dass das Auto vor ihm seine Batterie aufbraucht, um dann auf der nächsten Geraden vorbeizuziehen, ohne selbst etwas tun zu müssen. Offene Flügel reduzieren zudem den Luftwiderstand beim Hinterherfahren, während manche Manöver mitten auf der Geraden abgeschlossen werden, anstatt beim Anbremsen.
Der Hungaroring ist energiereich, daher dürfte der Effekt weniger ausgeprägt sein als in Silverstone oder Spa. Dennoch glaubt Verstappen, dass die grundlegende Sorge bleibt: Mehr Überholmanöver mögen für Gelegenheitszuschauer beeindruckend aussehen, aber sachkundige Rennsportfans erkennen, wann das Ergebnis eher von Systemen als vom Können des Fahrers bestimmt wird.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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