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Lewis Hamilton verpasste beim Großen Preis der Niederlande nach einem späten Duell mit George Russell knapp das Podium, doch der Ferrari-Pilot ist überzeugt, dass die entscheidenden Momente bereits viel früher im Rennen stattfanden.
Hamilton verlor seine Position auf der Strecke an Russell, als Ferrari seinen letzten Boxenstopp unter Bedingungen des virtuellen Safety-Cars einlegte. Der siebenfache Weltmeister begann daraufhin, mit frischeren Reifen auf seinen ehemaligen Mercedes-Teamkollegen aufzuschließen. Sein erster Angriff wurde jedoch durch ein weiteres virtuelles Safety-Car unterbrochen, das durch Trümmerteile auf der Strecke ausgelöst wurde. Dadurch hatte Hamilton keine Gelegenheit mehr, das Überholmanöver abzuschließen, als das Rennen für die letzten zwei Runden wieder freigegeben wurde.
Das Ergebnis folgte auf ein schwieriges Wochenende für Ferrari, obwohl Hamilton von dem Potenzial des Autos überzeugt war. Seine frühere positive Einschätzung nach Ferraris Rückschlag im Qualifying hatte darauf hingedeutet, dass die Rennpace Hoffnung machte, doch das Endergebnis ließ ihn eher über die verpassten Chancen nachdenken als über den späten Kampf selbst.

Nachdem Hamilton die Ziellinie überquert hatte, teilte ihm Ferrari-Ingenieur Carlo Santi mit, er habe im Kampf gegen Russell „Pech“ gehabt. Hamilton wies diese Interpretation sofort zurück.
„Wir hatten kein Pech“, sagte er. „Wir haben früher Zeit verloren und das hat uns P3 gekostet.“
Als Santi vorschlug, sie könnten die Angelegenheit später besprechen, antwortete Hamilton: „Das können wir offline besprechen.“
Die Spannungen hatten sich während Hamiltons Duell mit Teamkollege Charles Leclerc aufgebaut. Hamilton qualifizierte sich vor Leclerc, fiel aber in der ersten Runde hinter ihn zurück. Da er bei jedem seiner ersten beiden Stints länger auf der Strecke blieb, konnte Hamilton die Lücke schließen und teilte Ferrari mit, dass er aufgrund seiner frischeren Reifen „schneller als Charles“ sei.
Er warnte das Team zudem davor, sich selbst „ein besseres Ergebnis“ zu kosten. Als die Verzögerung anhielt, beschwerte sich Hamilton, dass Ferrari „einfach Zeit verliert“. Als Leclerc schließlich an die Box kam, um ihm freie Fahrt zu ermöglichen, antwortete Hamilton sarkastisch: „Tolle Art, Zeit zu verschwenden, Leute. Tolle Arbeit.“
Die Episode hat die Frage neu entfacht, ob Ferrari Hamilton, der in der Gesamtwertung vor Leclerc lag, bevorzugen sollte, um die Chancen in der Fahrerweltmeisterschaft zu maximieren. Bisher hat das Team jedoch keine Anstalten gemacht, eine solche Hierarchie festzulegen.
Nachdem Kimi Antonelli Zweiter wurde, fiel Hamilton in der Gesamtwertung hinter Russell auf den dritten Platz zurück. Beide Fahrer sind punktgleich, 59 Zähler hinter Antonelli, wobei Russell bei den Rennsiegen die Nase vorn hat.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.