Alonso warnt FIA-Präsident: „F1 kann so nicht weitermachen“

Fernando Alonso hat gewarnt, dass die Formel 1 „so nicht weitermachen kann“. Auslöser für seinen Ärger ist das Ausmaß, in dem die aktuelle Fahrzeuggeneration auf dem anspruchsvollen Madring in Madrid vom Batteriemanagement dominiert wird.
Der Aston-Martin-Pilot lobte die neue, 5,4 Kilometer lange Rennstrecke, die zahlreiche extrem schnelle Mutkurven bietet und kaum Raum für Fehler lässt. Allerdings argumentierte er, dass die reizvollsten Herausforderungen des Kurses entwertet würden, weil Fahrer den Unterschied nicht mehr allein durch Mut, Präzision und Entschlossenheit ausmachen können.

Als deutlichstes Beispiel nannte Alonso die Kurve 12, genannt „La Monumental“. Er stellte infrage, wie ein Fahrer mit höherer Batterieladung in einer solchen Kurve schneller sein könne als ein Formel-1-Rivale mit größerem fahrerischem Können oder mehr Risikobereitschaft.
„Es ist in gewisser Weise traurig, mit dieser Fahrzeuggeneration auf eine so fantastische Strecke wie diese zu kommen, die überall Herausforderungen bereithält – wie etwa La Monumental, Kurve 12“, betonte Alonso. „Es kann doch nicht sein, dass Michael schneller ist als Max Verstappen, nur weil er mehr Batterieladung hat. Kurve 12 ist so eine unglaubliche Kurve, da muss Max Verstappen den Unterschied zu Michael ausmachen – und im Moment können wir das nicht.“
Seine grundlegende Kritik richtete sich dagegen, was ein Qualifying eigentlich darstellen sollte: „Wenn Michael mutiger ist als ich, fährt er schneller. Wenn ich mehr fahrerische Qualitäten habe, fahre ich schneller als er – genau so sollte ein Qualifying ablaufen. Jetzt hängt es einfach nur davon ab, wie viel Batterieladung ich habe, ob ich schneller oder langsamer bin.“

Die Aussagen verdeutlichen die wachsende Kluft zwischen der technischen Ausrichtung der Boliden und den Kernwerten, die die Formel 1 nach Ansicht von Alonso ausmachen sollten. Das kompromisslose Streckenlayout des Madrings verlangt den Piloten maximales Vertrauen ab, doch Alonso sieht diese fahrerische Bewährungsprobe durch die Eigenheiten der aktuellen Boliden ausgebremst.
Ruf nach früheren Regeländerungen
Die Formel 1 bewegt sich bereits auf eine 60:40-Aufteilung zwischen Verbrennungs- und Elektroantrieb zu, wobei der größte Einschnitt für 2027 erwartet wird. Alonso hofft jedoch, dass die Rennserie die avisierte Rückkehr zu V8-Motoren vorziehen kann, anstatt bis zum Beginn des nächsten Reglementzyklus im Jahr 2031 zu warten.
Seine Bedenken hängen eng mit den anhaltenden Problemen von Aston Martin und dem Leistungsdefizit des Honda-Antriebs zusammen. Alonso erklärte, er habe die Lage bereits mit FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem besprochen, und betonte zugleich, im regelmäßigen Austausch mit F1-Chef Stefano Domenicali zu stehen.

Honda profitiert zwar bereits von zusätzlicher Entwicklungsunterstützung über das ADUO-Konzessionssystem für schwächelnde Motorenhersteller, doch für Alonso greift das Gesamtpaket weiterhin zu kurz.
„Wir können nicht bis 2031 warten, um wieder echten Motorsport zu erleben. Ich sehe es auch in meiner Verantwortung, ihnen mit meiner Erfahrung zu helfen und alles zu tun, was machbar ist“, stellte er klar.
Dieser Vorstoß erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Alonso weiter über seine motorsportliche Zukunft nachdenkt – auch wenn allgemein davon ausgegangen wird, dass er Aston Martin über das Jahr 2026 hinaus treu bleibt.
