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John Bennett sicherte sich einen sensationellen ersten Sieg in der Formel 2 auf dem Red Bull Ring. Mit einem gewagten Überholmanöver in der letzten Runde gegen Sebastian Montoya eroberte er im actiongeladenen Sprintrennen zum Großen Preis von Österreich die oberste Stufe des Podiums.
Das verkürzte Samstagsformat bot von Beginn an Hochspannung, gepaart mit frühen Safety-Car-Phasen und einem taktischen Kampf um das Reifenmanagement, der schließlich in einem packenden Finale mündete.
Ähnlich wie bei dem Chaos, das wir bereits im F3-Sprint gesehen haben, wurde auch dieses Rennen gleich zu Beginn durch Zwischenfälle unterbrochen. Als das Feld in die bergauf führende Rechtskurve 3 einbog, löste ein Stau im Mittelfeld eine Massenkarambolage aus. Die Folge waren die sofortigen Ausfälle von Emerson Fittipaldi Jr., Tasanapol Inthraphuvasak und Oliver Goethe.
Die Rennleitung schickte umgehend das Safety Car auf die Strecke, damit die Streckenposten die Trümmer und liegengebliebenen Fahrzeuge bergen konnten. Nach der Räumung wurde das Rennen wieder freigegeben, doch das Drama war noch lange nicht vorbei.
Technische Probleme zwangen bald darauf Joshua Dürksen zur vorzeitigen Aufgabe. Kurz darauf musste Colton Herta seinen Wagen mit einem technischen Defekt abstellen, was eine Virtual Safety Car (VSC)-Phase auslöste. Während dieser Neutralisation erhielt Ritomo Miyata von den Stewards eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe wegen eines VSC-Verstoßes, was den ohnehin schwierigen Nachmittag für den japanischen Fahrer weiter verschlechterte.
An der Spitze kontrollierte Sebastian Montoya das Tempo brillant und schien auf dem besten Weg zu seinem ersten Formel-2-Sieg zu sein. Montoya managte die Restarts perfekt und hielt einen entscheidenden Vorsprung auf seine Verfolger, während er seine Reifen auf dem berüchtigt abrasiven Asphalt von Spielberg schonte.
Doch John Bennett blieb in Schlagdistanz, wartete geduldig ab und sparte sich seine Batteriekapazität für einen späten Angriff auf. Als das Rennen in die entscheidende Phase ging, schloss Bennett schnell auf das Getriebe von Montoya auf und sorgte für ein phänomenal spannendes Finale.
In der allerletzten Runde des Rennens fand Bennett den entscheidenden Grip nach Kurve 1. Er nutzte den starken Windschatten auf der langen Geraden in Richtung Kurve 3 und setzte zu einem gewagten Manöver auf der Innenseite an, um sich dramatisch die Führung zu sichern. Montoya blieb keine Zeit mehr zum Kontern und überquerte die Ziellinie auf einem bittersüßen zweiten Platz.
Rafael Villagomez von Van Amersfoort Racing kam als Dritter ins Ziel und komplettierte das Podium, nachdem er von freier Fahrt und einer einsamen, aber hocheffektiven Rennstrategie profitiert hatte.
Hinter den Podiumsplatzierten überquerte Alex Dunne die Ziellinie auf einem soliden vierten Platz und sammelte wichtige Punkte für seine Meisterschaftskampagne.
Der aktuelle Tabellenführer Gabriele Minì fuhr ein sehr kontrolliertes Rennen und wurde Fünfter. Minì setzte auf einen fehlerfreien Nachmittag statt auf riskante Überholmanöver und konnte so seinen Vorsprung in der Fahrerwertung erfolgreich ausbauen. Rafael Câmara komplettierte die Top 6 der Punktesammler, nachdem er sich tapfer gegen einen späten Angriff der Verfolger aus den Top 10 gewehrt hatte.
Unterdessen erlebte Nikola Tsolov – der bekanntlich das F2-Sprintformat in Miami meisterte – ein frustrierendes Rennen in Österreich. Er kam schließlich als Neunter ins Ziel und verpasste damit knapp die Punkteränge.
Die Ergebnisse des Sprintrennens haben eine interessante taktische Grundlage für das Hauptrennen am Sonntag geschaffen, bei dem Reifenabbau und Boxenstopp-Strategie auf der längeren Distanz eine noch größere Rolle spielen werden.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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