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Liam Lawson hält nicht länger daran fest, den Weg an die Spitze der Formel 1 ausgerechnet über Red Bull zu gehen. Nach seinem schwierigen Einstand im A-Team erklärt der Racing-Bulls-Pilot, sein Ziel sei inzwischen klarer: an die Spitze des Feldes zu gelangen und um Siege zu kämpfen – unabhängig davon, welches Team ihm diese Chance bietet.
Red Bull beförderte Lawson zu Beginn der Saison 2025, nachdem er gerade einmal elf Rennen für das Schwesterteam bestritten hatte. Zwei Rennen später wurde die Entscheidung revidiert und Lawson zurückgestuft. Da eine weitere Chance bei Red Bull nach allgemeiner Einschätzung unwahrscheinlich ist, gewinnt seine langfristige Zukunft im erweiterten Red-Bull-Programm zunehmend an Bedeutung. Zumal Nachwuchsfahrer wie Nikola Tsolov weiter auf einen Platz bei Racing Bulls drängen.
Im Gespräch mit Planet F1 erklärte Lawson, dass seine Ambitionen einst ganz konkret auf das Red-Bull-A-Team ausgerichtet waren.
„Ich glaube, [mein Ziel] war früher natürlich sehr spezifisch: zu Red Bull zu kommen und den Weg ins Topteam zu schaffen“, sagte er. „Als ich in die Formel 1 kam und noch jünger war, war das genau der Gedanke, der mich beschäftigt hat.“
Diese Ausrichtung hat sich inzwischen verändert. „Ehrlich gesagt ist es jetzt nicht mehr an ein bestimmtes Team gebunden. Wie alle anderen arbeite ich darauf hin, in der Formel 1 an der Spitze zu stehen und Rennen zu gewinnen – wo das sein wird, weiß ich selbst nicht.“
Lawsons Leistungen in dieser Saison verleihen seinen Worten zusätzliches Gewicht. Bei Racing Bulls ist er aufgeblüht: Mit 43 Punkten aus elf Rennen führt er die Mittelfeldfahrer an und hat seine bisherige Karriereausbeute nahezu verdoppelt. Der Kontrast zu seinem unruhigen Formel-1-Einstieg zeigt, wie wertvoll die Stabilität seiner aktuellen Saison ist.
Mögliche Alternativen gibt es. Williams-Teamchef James Vowles hatte bereits während der Saison 2024 Interesse an Lawson gezeigt, als er nach einem Ersatz für Logan Sargeant suchte und Lawson noch als Ersatzfahrer eingesetzt wurde. Ein möglicher Abschied von Carlos Sainz könnte ein Cockpit frei machen, wäre aber womöglich ein kurzfristiger Rückschritt. Auch der ehemalige Red-Bull-Mann Jonathan Wheatley wollte Lawson einst zu Audi holen. Sein Abschied vom Schweizer Rennstall könnte diese Option jedoch beendet haben.
Lawson weist außerdem die Vorstellung zurück, ein Red-Bull-„Geist“ beeinflusse seine Leistungen. „Ich hatte eine schwierige Saison. Aber ich habe dabei enorm viel gelernt und bin ehrlich gesagt als deutlich stärkerer Fahrer und Mensch daraus hervorgegangen“, sagte er.
Sein Fokus liegt nun darauf, konstant zu bleiben. Racing Bulls bietet ihm weiterhin eine wichtige Plattform. Die freie Fahrt für Lawson und Arvid Lindblad verleiht einer Saison, in der Lawson seine Karriere nach eigenen Vorstellungen neu aufbaut, eine zusätzliche Note.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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