Bearman warnt: Madring-Layout macht Qualifying entscheidend

Bearman befürchtet Überholprobleme am Madring
Ollie Bearman befürchtet, dass das Layout des Madring das Qualifying wichtiger machen könnte als die Rennpace. Der neue Stadtkurs in Madrid dürfte den Piloten nur wenige Gelegenheiten bieten, sich durch das Feld nach vorne zu arbeiten.
Die eigens konzipierte Hybrid-Rennstrecke stellt die Formel 1 vor vielfältige Herausforderungen: Sie kombiniert unterschiedlichste Kurventypen mit der steilsten Überhöhung des gesamten Kalenders in der Kurve La Monumental. Dennoch ist Bearman der Ansicht, dass einige Passagen des Streckenlayouts das Überholpotenzial beeinträchtigen – obwohl der Kurs speziell für die Fahrzeuggeneration von 2026 entworfen wurde.
Im Gespräch mit Medienvertretern zog der Brite Parallelen zu Kursen, auf denen es traditionell schwerfällt, die Position auf der Strecke zu verbessern:
„Ich glaube, das wird eines dieser Wochenenden, an denen wir uns extrem auf das Qualifying konzentrieren müssen – ähnlich wie in Budapest, Monaco oder auch Zandvoort. Es sieht nach einer Strecke aus, auf der das Überholen eine riesige Herausforderung sein wird.“

Kurve 5 als verpasste Chance
Bearman lobte Abschnitte wie La Monumental und betonte, wie sehr er sich darauf freue, auf dem Kurs zu fahren. Allerdings kritisierte er, dass eine der natürlichsten Überholzonen durch die Anfahrt auf Kurve 5 entschärft worden sei.
„In gewisser Weise ist das schade. Ich halte das Layout grundsätzlich für in Ordnung, aber es gibt bestimmte Streckenmerkmale, die Überholmanöver von vornherein erschweren“, erklärte er.
Das Hauptproblem liegt laut Bearman in der geschwungenen Bremszone. Anstatt den Fahrern die Möglichkeit zu geben, aus verschiedenen Positionen anzugreifen, verhindert die Geometrie alternative Linienwahlen in die Kurve oder ein Manöver auf der Innenbahn.
„Dazu gehört das Anbremsen von Kurve 5: Es verläuft in einem Bogen, obwohl das die beste Überholgelegenheit gewesen wäre. Eine solche geschwungene Bremszone nimmt einem jegliche Chance auf eine andere Linie oder einen Angriff auf der Innenbahn.“
Bearman vermutet, dass diese Entscheidung vielleicht ein „Versäumnis“ bei der Streckenplanung gewesen sei, doch die Auswirkungen auf das Renngeschehen zeichnen sich bereits ab. Da Überholmanöver voraussichtlich schwierig werden, ist ein starker Startplatz das A und O für jede Rennstrategie.

Vertrauen ins Auto wird entscheidend sein
Die schnellen Streckenabschnitte und die nah an der Strecke stehenden Begrenzungen verzeihen am Madring kaum Fehler – eine Herausforderung, die Bearman mit Monaco verglich. Die Strecke belohnt maximalen Einsatz, doch schon kleinste Patzer ziehen unmittelbar harte Konsequenzen nach sich.
Dadurch gewinnen bereits die ersten Runden des Rennwochenendes enorm an Bedeutung. Wie Bearman betonte, hängt eine starke Vorstellung im Zeittraining davon ab, von der allerersten Runde am Freitag an Vertrauen ins Fahrzeug aufzubauen – und dieses Vertrauen im Qualifying in einen möglichst weit vorne liegenden Startplatz umzumünzen.
Die hohen Anforderungen des neuen Kurses in Madrid decken sich mit den jüngsten Befürchtungen vor einem turbulenten Madring-Debüt. Der kompromisslose Charakter der Strecke dürfte am gesamten Wochenende im Mittelpunkt der Diskussionen stehen.
