Gasly vor Madrid-GP: „Setze mein Geld auf eine rote Flagge“

Pierre Gasly rechnet beim bevorstehenden Großen Preis von Spanien fest mit einer roten Flagge, wenn die Formel 1 erstmals auf dem neuen Madring in Madrid an den Start geht.
„Ich würde mein Geld definitiv auf eine rote Flagge setzen, so viel steht fest“, erklärte Gasly heute gegenüber Medienvertretern.
Die Prognose des Alpine-Piloten begründet sich im unerbittlichen Charakter des Kurses. Die Strecke kombiniert ein enges Layout mit schnellen Passagen, während die Bremszonen als unruhig und selten schnurgerade beschrieben werden. Das lässt den Fahrern kaum Raum für Fehler, während sie versuchen, auf dem neuen Meisterschaftskurs Vertrauen aufzubauen.
Die Warnsignale traten bereits während der jüngsten Formel-3-Testfahrten zutage: Innerhalb von zwei Tagen gab es 19 rote Flaggen – elf davon wurden durch Unfälle in den Streckenbegrenzungen ausgelöst. Für Gasly unterstreicht diese Bilanz das erhebliche Risiko beim ersten Formel-1-Wochenende auf dem Madring.

Eine kürzlich erschienene Analyse von Gaslys Pole-Position in Monza bildete die Kulisse für seine Ankunft in Madrid, doch die bevorstehende Herausforderung könnte kaum unterschiedlicher sein. Beim Großen Preis von Italien raste Gasly auf die Pole; am Madring wird es nun vor allem darum gehen, das Limit auszuloten, ohne es zu überschreiten.
Eine Strecke, die millimetergenaue Präzision verlangt
Gasly berichtete, dass die Runden im Simulator zwar großen Spaß gemacht hätten und aufregend gewesen seien, er aber bei fast jedem Einlenken ein mulmiges Gefühl wegen der Mauern verspürt habe. Diese Vorbereitung half ihm zu verstehen, worauf es ankommt – und was man tunlichst vermeiden sollte. Dennoch stellt er sich auf ein äußerst anspruchsvolles Wochenende ein.
„Es wird eine enorme Herausforderung, besonders was die Streckenentwicklung betrifft“, sagte er mit Blick auf den sich verändernden Grip. Zudem hob er die geschwungenen Bremszonen und die extrem winkligen Kurven hervor, gepaart mit blinden Passagen, Steilkurven sowie ständigen Berg- und Talfahrten.

Diese Streckenmerkmale machen das Layout zu einem Kurs, auf dem chirurgische Präzision den Unterschied ausmachen kann. Gasly betonte, dass Fahrer hier durch fahrerisches Können glänzen können – allerdings nur, wenn sie die Konsequenzen selbst kleinster Fehler im Griff behalten.
Fehlertoleranz wie in Monaco
Gasly verglich das Risikoprofil des Madrings mit dem Circuit de Monaco, wo ein kleiner Schnitzer die Session augenblicklich beenden kann. „Wenn du einen noch so kleinen Fehler machst, hat das sofort gravierende Folgen“, warnte er.
Diese Mischung aus Vorfreude und Verletzlichkeit prägt seine Erwartungen an Madrid. „Es ist aufregend“, fügte Gasly hinzu, mahnte jedoch gleichzeitig, dass das Wochenende von zahlreichen Unterbrechungen geprägt sein könnte, da ein Einschlag schneller passiere, als einem lieb ist.
