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McLaren hat ein eigenes Performance-Team für die Antriebseinheit gegründet. Damit will der Rennstall mehr aus dem Mercedes-Motor herausholen, der die Formel-1-Kampagne des Teams in dieser Saison antreibt.
Das in Woking beheimatete Team konnte bislang nicht konstant das erwartete Leistungsniveau erreichen, während es seine Titel in der Fahrer- und Konstrukteurswertung verteidigt. Nachdem McLaren den Kampf der Teams in den vergangenen beiden Saisons dominiert hatte, konnte der MCL40 diesen Standard nicht regelmäßig bestätigen. Mercedes und Ferrari haben sich zu den größten Herausforderern entwickelt.
Die Mercedes-Antriebseinheit gilt in diesem Jahr als Maßstab, nachdem sie ihren schwierigen Ruf aus der Vorbereitungs- und frühen Saisonphase überwunden hat. Bei den Kundenteams – darunter McLaren – waren Zuverlässigkeitsprobleme allerdings sichtbarer. Für McLaren ist die Aufgabe deshalb komplizierter, als einfach nur die stärkste verfügbare Spezifikation zu erhalten.

McLarens Aussichten verbesserten sich in Ungarn deutlich, wo Lando Norris einen souveränen Sieg feierte. Dieses Ergebnis weckte Hoffnungen auf eine umfassendere Erholung, wenn die Formel 1 nach der Sommerpause in Zandvoort zurückkehrt. Der Durchbruch wurde teilweise dem erfolgreichen Upgrade-Paket zugeschrieben. Mercedes deutete jedoch ebenfalls an, dass Norris’ Leistung eine wichtige Rolle gespielt habe. McLarens Form beim Ungarn-GP war mehr als nur das Upgrade.
Die Sommerpause hindert die Teams daran, bis zur Wiederaufnahme des Rennbetriebs an ihren Autos weiterzuarbeiten. McLaren hat die Unterbrechung jedoch genutzt, um die eigene Arbeitsweise zur Leistungsoptimierung der Kundeneinheit weiterzuentwickeln.
„Wir haben jetzt ein Performance-Team für die Antriebseinheit – das gab es vorher nicht“, sagte Mark Temple, McLarens Technischer Direktor für Performance. „Das Team konzentriert sich darauf zu verstehen, wie wir das Maximum aus der Antriebseinheit herausholen.“

Die Gruppe wird Renndaten auswerten, mit der Renntechnik zusammenarbeiten und McLarens Simulator sowie Offline-Tools einsetzen. Temple bezeichnete dies als „eine neue Kombination von Fähigkeiten und eine neue Arbeitsweise“, da sich das Team bislang nicht so intensiv auf diesen Bereich konzentrieren musste.
McLaren hat erheblichen Einfluss auf das Antriebsprogramm. Die Mercedes High Performance Powertrains (HPP) behält jedoch die letzte Entscheidungsgewalt über Beschlüsse und Spezifikationen. McLaren arbeitet eng mit der Kundenteam-Betreuung zusammen und pflegt Verbindungen zu Mitarbeitern des Hauptprogramms. Dadurch besitzt der Rennstall Einfluss, aber keine Kontrolle.

Temple beschrieb McLarens Arbeitsweise als „Seitenschleife“, die in den Hauptprozess von Mercedes einfließt. Das kann bedeuten, dass das Team nicht jede gewünschte Konfiguration erhält. Zudem bleibt bei Informationen, die kurz vor einem Rennwochenende eintreffen, oft nur wenig Zeit für eine Reaktion.
McLarens Priorität liegt daher in der Verbesserung der internen Abläufe. Sollte das Upgrade aus Ungarn weiterhin die gewünschte Wirkung zeigen, könnte ein genaueres Verständnis der Mercedes-Antriebseinheit zu einem wichtigen Faktor werden, um den Titelkampf fortzusetzen.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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