Formel E: Porsche streicht zweites Werksteam für GEN4-Ära

Porsche hat seine Pläne verworfen, in der Saison 13 der ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft mit einem zweiten Werksteam anzutreten. Stattdessen wird der deutsche Hersteller ein neu gegründetes, unabhängiges Kundenteam beliefern und unterstützen, um in der bevorstehenden GEN4-Ära weiterhin sechs Fahrzeuge im Feld zu halten.
Wie FE Notebook berichtet, hat ein noch nicht näher benanntes Projekt unter dem vorläufigen Namen „NewCo Formula E Team“ am Donnerstag bei der Formel-E-Kommission einen späten Antrag auf Einschreibung mit zwei Porsche 975 RSE eingereicht.
Strategische Neuausrichtung statt zweitem Werksteam
Ein Porsche-Sprecher bestätigte, dass die Einschreibung in Abstimmung mit Porsche Motorsport erfolgte, und ordnete die veränderte Marschroute ein.

„Es handelt sich hierbei um kein zweites Porsche-Werksteam“, stellte der Sprecher klar. „Wir haben uns dagegen entschieden, zwei weitere Fahrzeuge als Werkseinsatz an den Start zu bringen. Damit leistet der Motorsport seinen Beitrag zur strategischen Neuausrichtung von Porsche. Da der Antragsteller ein eigenständiges Team ist, können wir keine weiteren Details nennen.“
Dieser Schritt bedeutet eine deutliche Kehrtwende gegenüber der ursprünglichen Ankündigung vom November 2025, nach der insgesamt vier Werksboliden direkt vom Standort Weissach aus eingesetzt werden sollten. Anhaltende Zweifel an dem zweiten Werksprogramm gab es bereits seit Monaten – insbesondere nachdem Mahindra-Pilot Nyck de Vries im August angedeutet hatte, dass das zusätzliche Werksprojekt nicht zustande kommen werde.

Sechs Porsche-Boliden bleiben für das GEN4-Grid geplant
Sollte die FIA die verspätete Einschreibung des „NewCo Formula E Team“ offiziell bestätigen, bleibt Porsche weiterhin eine dominierende Kraft im GEN4-Feld. Die Gesamtpräsenz der Zuffenhausener würde sich wie folgt auf sechs Porsche 975 RSE aufteilen:
- Zwei Werksfahrzeuge, die direkt vom offiziellen Werksteam eingesetzt werden.
- Zwei Kundenfahrzeuge, betrieben von Cupra Kiro.
- Zwei Kundenfahrzeuge, an den Start gebracht durch das neue Kundenteam.
Diese Entwicklung reiht sich in größere Umbrüche im Fahrerlager vor Einführung des neuen Reglements ein, ähnlich wie die Übernahme, bei der Fortescue Zero Penske Autosport übernommen hat, um sich einen eigenen Startplatz zu sichern.

Die genaue Identität und die Fahrerbesetzung des potenziellen Neueinsteigers sind bisher unbestätigt. Der Antrag sichert jedoch vorerst die Aussicht auf ein volles Starterfeld mit 24 Autos und 12 Teams in Saison 13. Während ein voll besetztes Feld eine erfreuliche Nachricht für die Meisterschaft darstellt, wirft die Auslagerung des Werksstatus auf ein Kundenteam die Frage auf, ob Budgetzwänge die GEN4-Expansionspläne von Porsche gebremst haben.
