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Die Debatte über die Verdichtungsverhältnisse in der Formel 1 könnte sich dem Ende nähern, doch Mercedes steht erneut im Mittelpunkt technischer Prüfungen. Während die FIA ab dem 1. Juni das viel diskutierte Schlupfloch bei den Verdichtungsverhältnissen schließen will, richtet sich der Fokus nun nicht mehr auf die Power Unit, sondern auf die Aerodynamik des 2026er-Boliden des Teams.
Nicht der im W17 verbaute AMG M17 E Performance-Motor steht im Rampenlicht, sondern die Frontflügel-Konstruktion des Fahrzeugs. Nach dem Großen Preis von China waren die Teams gemäß Reglement verpflichtet, ihre Designs offenzulegen, sodass sowohl die FIA als auch die Konkurrenz die Konzepte der neuen Fahrzeuggeneration unter die Lupe nehmen konnten.
Mercedes soll dabei wegen eines beweglichen Frontflügel-Konzepts beobachtet werden, das angeblich nach einem sogenannten „Zwei-Phasen“-Prinzip arbeitet.
Berichten zufolge erfolgt das Schließen des Flügels in zwei Schritten. Die erste Phase entspricht der in den 2026er-Regularien vorgeschriebenen 400-Millisekunden-Grenze und erfüllt damit die Anforderungen des Sensors, der die beweglichen Aerodynamik-Komponenten überwacht. Anschließend soll jedoch ein zweiter Befehl ausgelöst werden, der die Flügelelemente vollständig schließt und die Gesamtzeit über die erlaubten 400 Millisekunden hinaus verlängert.
Im Internet kursierende Videoaufnahmen sollen die Aktivierungssequenz des Mercedes-Systems sowie die Funktionsweise dieses zweistufigen Mechanismus zeigen. Sollte sich dies bestätigen, könnte es sich um eine Grauzone im Reglement handeln, die die FIA nun bewerten muss.
Das Konzept soll die plötzliche Lastverlagerung nach vorn kurz vor dem Bremsen abmildern und so die Fahrzeugbalance in der entscheidenden Phase des Kurveneingangs verbessern. In einer Reglement-Ära, in der aerodynamische Effizienz und Stabilität streng kontrolliert werden, könnte eine solche Feinabstimmung spürbare Performance-Vorteile bringen.
Erste Berichte der italienischen Publikation Autoracer deuteten darauf hin, dass Ferrari eine Klärung zu dem System angefordert habe. Die Scuderia bestreitet jedoch, eine entsprechende Anfrage gestellt zu haben.
Nach Informationen von Motorsport.com soll die Anfrage stattdessen von einem anderen, bislang nicht genannten Team aus dem Fahrerlager stammen. Weitere Details werden im Vorfeld des Großen Preises von Japan in Suzuka an diesem Wochenende erwartet.
Nun liegt die Angelegenheit bei der technischen Abteilung der FIA unter der Leitung von Formel-1-Direktor Nikolas Tombazis. Angesichts der zunehmenden Aufmerksamkeit dürfte das Wochenende in Suzuka entscheidend dafür sein, ob die Interpretation von Mercedes Bestand hat – oder ob weitere regulatorische Eingriffe nötig werden, um eine eskalierende Kontroverse zu verhindern.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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