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Toto Wolff räumte ein, den Großen Preis von Ungarn aus einer „halb leeren Perspektive“ zu betrachten – obwohl Kimi Antonelli seinen Vorsprung auf Lewis Hamilton in der Formel-1-Fahrer-WM ausgebaut hatte.
Antonelli war mit 45 Punkten Vorsprung auf seinen Ferrari-Rivalen zum Hungaroring gereist. Bei der Zielflagge war dieser Abstand auf 50 Punkte angewachsen, nachdem der 19-Jährige sein neuntes Podium der Saison eingefahren hatte. Rein nach Zahlen hatte Mercedes beim letzten Rennen vor der Sommerpause ein wertvolles Ergebnis erzielt.
Wolff war jedoch überzeugt, dass Antonelli mehr hätte erreichen können. Der Mercedes-Teamchef sah den Italiener nach einer späten Strategieänderung und einem schlecht getimten Virtuellen Safety Car, das durch den Ausfall von Oscar Piastri ausgelöst wurde, um die Chance auf Platz zwei gebracht.
Mercedes hatte in Ungarn nicht sein gewohntes Leistungsniveau, während Ferrari offenbar besser zum kurvenreichen, technisch anspruchsvollen Layout des Hungarorings passte. Hamilton schien im frühen Verlauf des Wochenendes besonders gut aufgestellt, was das letztliche Ergebnis für Ferrari noch frustrierender machte, als es die Endklassifikation vermuten lässt.
Die Herausforderung des siebenmaligen Weltmeisters wurde anschließend durch eine Startplatzstrafe von drei Positionen beeinträchtigt. Diese Strafe erhielt auch Antonelli, zudem kassierte Hamilton während des Rennens eine Fünf-Sekunden-Strafe. Am Ende belegte Hamilton Rang fünf.
Auf die Frage, ob Antonellis Aufholjagd von Startplatz sieben die Qualitäten einer Champion-Fahrt gegen stärkere Konkurrenz gezeigt habe, antwortete Wolff unmissverständlich.
„Absolut“, sagte der 54-Jährige gegenüber den Medien. „Lewis war am Samstagmorgen und den gesamten Freitag über derjenige, der dieses Rennen hätte gewinnen müssen, und wir gehen mit ein paar gewonnenen Punkten daraus hervor.“
Diese Einschätzung bringt den Gegensatz des Mercedes-Wochenendes beim Ungarn-GP auf den Punkt: Das Team machte in der WM Boden gut, schöpfte sein Rennergebnis aber nicht vollständig aus. Wolffs Aussagen zeigen zudem, wie eng Leistung und Umsetzung miteinander verbunden bleiben, wenn das Auto nicht auf seinem stärksten Niveau arbeitet. Mercedes’ Entscheidung, größere Upgrades für die zweite Saisonhälfte zurückzuhalten, prägt bereits den weiteren Angriff nach der Pause – wie im Entwicklungsplan für die zweite Saisonhälfte beschrieben.
„Das ist großartig, aber ich war schon immer ein miserabler Typ – das Glas ist halb leer“, sagte Wolff. „Wir hätten P2 holen können; wir hätten P2 holen müssen.“
Dennoch erkannte er die übergeordnete Bilanz an. Hamilton musste die Strafen verkraften und Antonelli baute seinen Punktevorsprung aus. Damit konnte Mercedes Budapest mit einer erfreulichen WM-Bilanz verlassen – auch wenn Wolff weiterhin überzeugt war, dass der zweite Platz in Reichweite gelegen hatte.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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