F2 in Madrid: Tsolov sichert sich Bestzeit nach spätem Angriff

Tsolov setzt das erste Ausrufezeichen in Madrid
Meisterschaftsspitzenreiter Nikola Tsolov erwischte einen Auftakt nach Maß in sein Madrid-Wochenende: Mit einer Rundenzeit von 1:47,059 Minuten setzte der Campos-Racing-Pilot die Bestmarke im Freien Training der Formel 2. Der Bulgare verwies Nico Varrone um 0,110 Sekunden auf den zweiten Rang, während Rafael Villagómez mit einer starken Vorstellung für Van Amersfoort Racing die Top 3 komplettierte.
Zu Beginn der Session gab zunächst Tsolov mit einer Zeit von 1:50,065 Minuten den Ton an, doch das Tableau wurde in einer turbulenten Sitzung immer wieder durcheinandergewirbelt. Joshua Duerksen (Invicta Racing) schob sich zwischenzeitlich mit mehr als sechs Zehntelsekunden Vorsprung an die Spitze, ehe Kush Maini im ART Grand Prix mit einer 1:49,120 die Führung übernahm.
Wenig später musste die Session mit roten Flaggen unterbrochen werden: Mainis Teamkollege Tasanapol Inthraphuvasak landete am Ausgang von Kurve 19 in den Streckenbegrenzungen. Der thailändische Pilot konnte dem Wrack glücklicherweise unverletzt entsteigen. Um die verlorene Streckenzeit auszugleichen, verlängerte die Rennleitung die Sitzung. Der Zwischenfall sorgte für eine längere Unterbrechung im F2-Training von Madrid, sodass dem Fahrerfeld nach dem Restart nur ein kurzes Zeitfenster für die Rennvorbereitung blieb.
Zeitenjagd im Schlussspurt wirbelt Klassement durcheinander
Alexander Dunne erwies sich nach Wiederaufnahme des Trainings als erster großer Nutznießer und eroberte mit einer Zeit von 1:48,286 Minuten Rang eins. Dino Beganovic folgte ihm unmittelbar über die Ziellinie und reihte sich für DAMS Lucas Oil mit nur 0,033 Sekunden Rückstand auf dem zweiten Platz ein.
Tsolov konterte umgehend mit einer 1:48,245 und legte im darauffolgenden Umlauf die entscheidende Steigerung nach: Seine Zeit von 1:47,059 Minuten katapultierte ihn zurück an die Spitze und sicherte ihm endgültig die Bestzeit, an die Varrone als schärfster Verfolger nicht mehr ganz herankam.
Maini schien beim Fallen der Zielflagge noch einmal vorbeizuziehen, doch seine Rundenzeit wurde wegen des Überschreitens der Streckenbegrenzung gestrichen. Die Session endete schließlich unter Gelben Flaggen, nachdem Laurens van Hoepen in Kurve 13 in den Barrieren eingeschlagen war.
Trotz seines Ausrutschers wurde van Hoepen als Sechster gewertet – hinter Colton Herta und Dunne. Martinius Stenshorne belegte den siebten Platz, gefolgt von Oliver Goethe und dessen MP-Motorsport-Teamkollegen Gabriele Minì. Rafael Câmara komplettierte die Top 10. Auch Dunne touchierte auf seiner letzten fliegenden Runde in der Zielkurve noch leicht die Streckenbegrenzung.
Den Teams bleiben nun nur wenige Stunden, um die gesammelten Daten auszuwerten, bevor um 15:00 Uhr Ortszeit das Qualifying beginnt. Tsolov hat das erste deutliche Ausrufezeichen gesetzt, doch die hauchdünnen Abstände im Verfolgerfeld versprechen einen packenden Kampf um die vorderen Startplätze.
