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Oliver Bearman bleibt einer der aussichtsreichsten Kandidaten für einen künftigen Ferrari-Platz. Doch Charles Leclercs Vertragsverlängerung und Lewis Hamiltons bessere Form haben den Zeitplan für diese Chance verändert.
Bearman, der derzeit für Haas fährt, wird seit Längerem mit Ferrari in Verbindung gebracht. Erwartet wird, dass er Hamilton in Maranello beerben könnte. Hamiltons Vertrag läuft jedoch bis Ende 2028, und der siebenmalige Weltmeister hat erneut betont, dass er der Formel 1 noch einige Zeit erhalten bleiben möchte. Damit könnte Bearman frühestens bis 2029 warten müssen.
Das Dilemma ist offensichtlich: Sollte Bearman Teil von Ferraris Nachwuchsprogramm bleiben und seinen Weg ins Werksteam absichern? Oder sollte er sich andere Optionen offenhalten, statt seine Karriere an eine weit entfernte Möglichkeit zu binden? Der breitere F1-Fahrermarkt könnte für diese Entscheidung zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Bearman hat eingeräumt, dass Hamiltons Wiedererstarken für seine Karriere „nicht ideal“ sei. Der 41-Jährige hat 2026 die Wende geschafft und liegt derzeit auf Platz zwei der Gesamtwertung. Damit ist ein Großteil der Unsicherheit über seine Zukunft verschwunden.
Für Bearman bedeutet das selbst dann eine sportliche Herausforderung, wenn der Ferrari-Platz letztlich frei wird. Er würde den erfolgreichsten Fahrer der Formel-1-Geschichte ersetzen – eine gewaltige Messlatte für jeden Nachfolger. Bearman hat sich bei Haas gut entwickelt und bei seinem Ferrari-Debüt 2024 bewiesen, dass er im Wagen konkurrenzfähig sein kann. Der Druck in Maranello wäre dennoch enorm.
Die Herausforderung beschränkt sich jedoch nicht auf die sportliche Leistung. Laut der Gazzetta dello Sport trägt Hamilton rund 90 Millionen Euro zum Umsatz von Ferrari bei – umgerechnet etwa 77 Millionen Pfund. Seit seinem Wechsel 2025 hat Ferrari acht Verträge abgeschlossen, während der Umsatz des Unternehmens deutlich gestiegen ist.
Hamiltons kommerzieller Einfluss spiegelt seinen Status als größter Name der Formel 1 wider. Bearmans Talent steht außer Frage, und mehrere weitere Saisons bei Haas könnten ihn bis zum Entstehen einer Ferrari-Chance zu einem noch stärkeren Fahrer machen. Sein kommerzieller Einfluss dürfte jedoch deutlich geringer ausfallen und möglicherweise nie Hamiltons Niveau erreichen.
Damit stehen Ferrari und Bearman vor derselben Frage. Ferrari muss die finanziellen und sportlichen Folgen von Hamiltons irgendwann bevorstehendem Abschied planen. Bearman wiederum kann es sich nicht leisten, auf nur eine Möglichkeit zu setzen. Auch Red Bull hat Interesse an ihm gezeigt. Alternative Wege werden daher unverzichtbar, sollte sich das Warten auf Ferrari zu lange hinziehen.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.