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Pascal Wehrleins Außenseiterchance auf seinen zweiten Formel-E-Weltmeistertitel ist in Tokio nach einem punktlosen Wochenende praktisch verschwunden. Der Porsche-Pilot war mit neun Punkten Vorsprung in das Doppelrennen gestartet, reist nun aber zu den letzten beiden Läufen in London als Dritter der Gesamtwertung und fünf Punkte hinter Jake Dennis.
Dass der Titel bereits in Japan entschieden werden würde, war höchst unwahrscheinlich. Rechnerisch blieb es jedoch möglich – dafür hätte Wehrlein nahezu zwei Siege einfahren müssen. Stattdessen wurde aus einem schwierigen Wochenende ein kostspieliges. Nach enttäuschenden Qualifying-Ergebnissen an beiden Tagen schied er im ersten Rennen mit beschädigtem Fahrzeug aus und kam im zweiten nur als 13. ins Ziel.
Der erste Rückschlag folgte nach einer Berührung mit seinem ehemaligen Teamkollegen Antonio Felix da Costa. Wehrlein wurde für den Zwischenfall bestraft, eine Entscheidung, mit der er nicht einverstanden war. Die Kollision kostete ihn zudem eine realistische Chance auf Punkte.

Wie groß der Umschwung in Tokio ausfiel, zeigte auch unser Überblick über die wichtigsten Geschichten der nächtlichen Formel-E-Rennen in Tokio. Der Titelkampf und Porsches Erfolg in der Herstellerwertung gehörten zu den prägenden Themen des Wochenendes.
Das zweite Rennen brachte Porsche ein bekanntes Problem. Wie schon in Shanghai entschied sich das Team für den Reifendruck der Vollregenreifen – doch die Strecke trocknete ab. Wehrlein fiel daraufhin im Klassement zurück, während auch Mitch Evans litt, nachdem Jaguar dieselbe Entscheidung getroffen hatte. Die Titelrivalen Dennis und Oliver Rowland setzten dagegen auf den Reifendruck für Intermediates und wurden dafür belohnt.
Auf die Frage, wer für die Entscheidung verantwortlich gewesen sei, betonte Wehrlein den gemeinschaftlichen Charakter des Ergebnisses: „Wir sind ein Team. Das Team bin also ich, und ich bin das Team – wir sind ein Team.“

Den Wendepunkt sah er in der Ausrufung der Full-Course-Yellow-Phase. Bis dahin hatte Wehrlein Positionen gutgemacht und auf die vorausfahrenden Fahrzeuge aufgeschlossen. Doch die Strecke trocknete schnell ab, bevor der Regen zurückkehrte. „Ehrlich gesagt hatte ich einfach das Gefühl, wieder in Shanghai zu sein“, sagte Wehrlein. „Ein komplettes Déjà-vu.“
Trotz der Enttäuschung verteidigte Porsche dank starker Ergebnisse seiner Kundenteams Andretti und Cupra Kiro erfolgreich den Herstellertitel. Wehrlein wies außerdem die Vorstellung zurück, man solle sich mit den in Tokio verlorenen Punkten aufhalten.
„Es ist sehr frustrierend, weil ich das Gefühl habe, dass wir so oft die Gelegenheit hatten, mehr Punkte zu holen“, sagte er. Die entscheidende positive Nachricht bleibt jedoch bestehen: Porsche und Wehrlein sind auf dem Weg nach London weiterhin im Titelrennen.
„Es gibt keinen Grund, uns selbst schlechtzumachen, denn wir sind voll im Kampf“, fügte er hinzu. „Wir werden in London sehr hart pushen.“

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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